Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 249
Dem Feind ganz und gar ruiniret worden wäre, dieser Vortheil ihm dennochweiter nichts würde zu wege gebracht haben, als daß er, an dem Tage desFriedens, fünff Bataillons zu Fuß und ein Regiment Dragoner zu nichte gesmacht hatte, so ihm doch nimmermehr den Weg zu einem Haupt- Treffenbahnen, noch auch den kleinen Ruhm verschaffen konnte, daß er die Aufhebungder Bloquirung der Festung Mons veranlaffet hätte.
Das Jahr 1689. reichet mir ein Erempel dar, wobey ich gerne gestehe, Gefecht beydaß ich nicht weiß, unter was für eine Gattung ich daffelbige zehlen soll. Es Valcourtist solches das Gefecht ben Valcourt, welches von einem Fuß- Volck, wieder die 1689.Mauren dieser kleinen Stadt, ganz unbedeckt gehalten ward. Der Marschalld'Humieres commandirte damahls des Königs Armee. Jedoch habe ichdieserwegen keine andere zum Unterricht diensame Anmerckung zu machen, alsdaß ich sage, daß man dieses niemahls anders anführen soll, als wenn man dessen Nachahmung ernstlich zu verbieten gemeynet sey.
Das Jahr 1690. wird mir Anlaß geben, schöne Anmerckungen über die Schlacht beySchlachten bey Flerus und Staffarde zu machen, indem solche von der ersten Art Flerus 1690.der groffen Actionen sind: weil beyde Armeen in Schlacht- Ordnung stunden, alssie zu fechten anfiengen, und denn auch weil sie auf ihrer gangen Fronte in einsander geriethen, wiewohl mit so ungleichen Umständen, daß sie Anlaß zu urtheilen geven werden, daß zwey Schlachten einander niemahls in allen gleichseyn können, und daß diejenigen, so in dem Kriege sich vollkommen zu machen gesdencken, in den Historien und Erzehlungen den Unterricht, welchen derMangel der Erfahrung ihnen von dieser Art nicht geben können, zu suchenhaben.
Wie ich aber von demjenigen, so in dem Augenblick vor der Schlachtbey Flerus bergegangen, bereits Erwähnung gethan, als ich die Materie dervorhergehenden Capitel untersuchet habe, so will ich mich nur bey dem aufhal-ten, was zu diesem Capitel gehöret, als welches von den Schlachten handelt,und da zeigen, daß die höhere Fähigkeit, welche Mr. de Luxembourg vor demFürsten von Waldeck hatte, dieser groffen Schlacht den Ausschlag gab. Derglückliche Erfolg derfelben war nur der Zeit zu dancken, welche Mr. de Luxem-bourg erfahe, die Neuterey von seinem lincken Flügel eine Bewegung machenzu lassen, wovon der Feind nichts wissen konnte, weil sie ausser seinem Gessicht, ob wohl sehr nahe bey ihm, geschahe. Mit dieser geschickten und klusgen Bewegung aber hatte es eine solche Bewandniß, daß selbige von riesmand konnte erdacht werden, als von einem groffen Mann dessen Blick dermassen richtig war, daß er wuste, er würde gleich so viel Zeit haben, diese Beswegung zu machen, ohne daß sein Feind davon einige Wissenschafft habenZweyter Theil,Ji
könnte;