262 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.
von der feindlichen Armee, welche Landen innen hatten, zu vertreiben, massendieses sich ein wenig forne auf der lincken Seite des feindlichen Lagers befand,und am andern Morgen, als am Tage der Schlacht, der Königlichen Armee,wenn sie auf den Feind losgehen würde, den rechten Flügel abgeben solte.
Dieser erste Fehler, welchen der Prinz von Oranien begieng, indem erdiesen Posten nicht behauptete, sondern denselben allzu leicht fahren ließ, gabdem Marschall de Luxembourg Mittel an die Hand, in der Nacht, zwischenLanden und Romsdorff, und auf die lincke bey Landen vor den feindlichenlincken Flügel, mehr als vierzig Bataillons zu stellen. Da nun die Reutereyvon dem lincken Flügel des Prinzen von Oranien, auf der Fronte, ja nicht einsmahl nach der Höhe, Platz genug hatte, sich hinter das verschanzte Fuß- Volckzu setzen, so ward solche genöthiget, sich Krücken- weise zu stellen, so daß derrechte Flügel über Romsdorff, und der lincke an den O- Fluß gieng, und sichnach dem Bach bey Landen zu wendete. Diese besondere Einrichtung desfeindlichen lincken Flügels, deren ich noch keine Erwähnung gethan, als ich ge-meldet, wie seine Einrichtung überhaupt, in Ansehung seiner Fronte, beschaffen war, machte, daß dieser Flügel, unter währender Schlacht, zu nichts dienete, wie ich bey der Fortsetzung dieser Erzehlung andeuten will.
Die Einrichtung des Fuß- Volcks von dem rechten Flügel der KöniglichenArmee, zu dem morgenden Angriff, war aber auf folgende Art beschaffen.Seine Reuterey von dem rechten Flügel war gedachter massen bey der Höhedes Dorffs St. Gertraud geblieben, und die sechzehen Efcadrons Dragonervon dem rechten blieben die Nacht über auf der rechten bey Landen, und wur-den, ehe das Treffen angieng, über diesen Bach dem lincken feindlichen Flügelzu Pferd gegen über gestellet, um so wohl denselben in den Schrancken zuhalten, als auch Wege über den Bach zu suchen und gegen die feindlicheFlanque zu agiren, woferne sich Gelegenheit darzu hervorthat. Das Cen-tram, dahin sich Mr. de Luxemburg, in Ermangelung einer Fronte, in derNacht, auf eilff Linien zu Pferd und zu Fuß gestellet, wurde von diesem Gene-ral, frühe zwischen fünff und sechs Uhr, durch einen so klugen und geschicktenvorwärts angestellten Marsch, in Bewegung gebracht, daß er, in dem Anrů-cken auf den Feind, zugleich seine Schlacht- Ordnung auf zwey Linien einrichtete, und dieses vollbrachte, obgleich der Feind unaufhörlich aus den Stückenauf uns losfeuerte, und damit bereits von vier Uhren an den Anfang gemachthatte. Das Fuß- Volck von dem lincken Flügel auf der ersten und andernLinie war, zu dem Angriff des Dorffs Nerwinden bestimmet, und der linckeFlügel der Neuterey stellete und breitete sich, gegen die Getthe, vor den rechten Flügel des Feindes aus. Diese hatte Ordre durch den Zaun zu dringen,von welchem ich gefaget habe, daß er den feindlichen rechten Flügel ein wenig
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