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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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266 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

Ein solches Ende gewann die Schlacht ben Nerwinden, darinnen dieFeinde über achtzehen tausend Mann, so wohl an Todten, als Gefangenen,einbuffeten, wie nicht weniger hundert und vier Stücken Geschüßes, und eineüberaus groffe Anzahl Officiers, Fahnen und Standarten verlohren.

Es düncket mich, daß es sich hierher füglich schicket, wenn ich eine bessondere Urfache anführe, die zum Theil Anlaß gab, daß das Königliche Fuß-Bolck, welches Nerwinden zweymahl eroberte, sich darinnen nicht erhaltenkonnte. Es unterscheiden nehmlich die Bauren, in selbigem Lande, ihre Lande-reyen und Güter, statt der Zäune, mit kleinen Wanden von Leimen, die ungefähr fünff Schuhe hoch und einen dick sind. Indem nun das KöniglicheFuß- Volck, welches auf die verschanzte und versperrte Zugänge des Dorffs,und diese in dem Felde befindliche kleine Mauren, zugleich losgieng, nach derInfanterie zu aber, welche den Feind von den verschanzten Zugängen wegge-jaget, immer enger ward, wie es mit dieser in das Dorff hinein dringenwolte, so trieb es den Feind nur mit einer Fronce, welche nicht breiter war,als die Gaffe, ohne zu bedencken, daß, wenn es sich eine Fronte verschaffenwolte, ihm äusserst daran gelegen wäre, diese kleine leimene Wände einzusreissen, bevorab da solches, auf der Seite, wo man angegriffen, in einem Ausgenblick hätte geschehen mögen: auch war man nicht dahin bedacht, an demOrt, wo das Dorff an die Linie stieß, diese kleine Mauren mit Fuß- Volck zubesetzen, damit man dem Feind, wenn er wiederkommen und das Dorff angreiffen wolte, eine Fronte, die der feindlichen zum wenigften gleich, entgegenstellen könnte. Gleichwohl war diefes leicht zu gedencken, weil man ja fahe,daß die ganze feindliche Linie zu Fuß so gestellet, daß sie bey der Hand war,von neuem in das Dorff zu kommen. Daher als der Feind das Dorff an-griffe, fo gieng er selbst auf diese kleine Mauren, die er mit Truppen nichtbesetzet fand, würcklich los, da er immittelft bey dem Zugang in das Dorff,welchen er auf seiner Seite zu eröffnen besorget gewesen, zugleich ankam. Solschemnach hatte er, zu seinem Angriff, eine Fronte, die breiter war, als diesjenige, welche unser Fuß- Volck zu seiner Gegenwehr einnahm.

Die Feinde des Marschalls de Luxembourg, so deffen Ruhm beneiden,haben zur Unzeit vorgegeben, daß dieser General sich erwähnten Sieges, aufder Stelle beffer, als er gethan, zu Nuß machen können; allein ich beruffemich auf dasjenige, was ich anderwärts gesaget, und da gezeiget, daß solchesnicht möglich gewesen sey: weil doch eine solche Untersuchung zu diesem Capistel nicht gehörig ist.

Die Erzehlung dieser groffen Schlacht wird mir demnach dienen, zu zeisgen, daß eine Armee, ob sie gleich auf ihrer Fronte wohl verschanzet, undderen Flügel bedecket find, von einer gleichen Armee, nichts desto weniger ans

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