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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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267
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 267

gegriffen und geschlagen werden kan: weil des angreiffenden Bewegungenfrey, und dessen Fronte ohne Hinderung ist, zu dem auch der angegriffene offt-mahls sich nicht genugsame Fronte geben, und solche durch eine hinlänglicheAnzahl Truppen einnehmen lassen kan, derjenigen, von welcher er angegriffenwird, sattsamen Wiederstand zu thun. In diesem Fall hindern ihn seine besdeckten Flügel mehr, als sie ihm helffen, weil sie, aus Mangel des Plagesihre Bewegungen zu machen, nichts thun mögen. Da nun dieser verschanzteFeind nicht Raum genug hat, alle seine Truppen auf viele Linien dergestalt zustellen, daß sie weit genug von einander stehen, ihm in seinen Bewegungeneine vollige Freyheit sich zu verschaffen, so findet er sich genöthiget, feine Trupspen Krücken- weise zu stellen, wodurch sie aber seiner Fronte nichts nige wersden, und deren Unordnung nicht wieder zurecht bringen können: indem sienicht in dem Stande sind, eine Fronte darzubieten, die tüchtig wäre, einenFeind, der die Truppen, so die verschanzte Fronte besetzt hielten, in Unordnung gebracht, mit gutem Erfolg anzugreiffen. Daher, so bald seine Fronteoffen ist, oder wenn der Feind, der darauf losgegangen, sich nur eine kurzeZeit daselbst erhalten, so ist sicher, daß er von seinem innerlichen Raum einsbussen muß; allein eben das macht so denn, daß es ihm unmöglich fällt, Beswegungen zu machen, und darauf kan es nicht anders seyn, die UnordnungDes vordern Theils müsse auch unter die übrige Armee gerathen, weil diese ersteFronte in Unordnung auf selbige hinein fällt und keinen Platz hat, sich wiederum herzustellen, oder der andern Linie einen freyen Raum zu gönnen, daßfie auf den Feind, welcher gedachte erste Fronte in Unordnung gebracht, derGebühr nach) los gehen könnte.

Eben dieses Jahr 1693. giebet mir Materie an die Hand, über die Schlacht Schlacht beybey Marfaglia, welche des Königs Armee, unter dem Commando des Herrn Marsagliade Catinat, in Piemont gewonnen, abermahl einige Anmerckungen zu machen.

Der Herzog von Savoyen hatte diesen General ganz in das Thal vonPragelas hinein getrieben. Darauf war die St. Brigitten- Schanke, überDer Citadelle zu Pignerol, von ihm erobert, und die Festung bombardiretworden, machte sich auch fertig, dieselbe ordentlich zu belagern. Nun hattezwar Mr. de Catinat, mit dem Corps zu Fuß, so unter ihm stund, und desHerzogs von Savoyen seinem weit überlegen war, sich dieses Fürsten Vor-haben vielleicht entgegen sehen können, daferne deffen allgemeiner Defenfiv-Plan anders, als er in der That war, beschaffen gewesen wäre; wie ichaber hier nur von Schlachten rede, so will ich diese Untersuchung ieso nichtanstellen, zumahl da ich anderwärts bereits davon geredet habe. Nur soviel will ich gedencken, daß Mr. de Catinat, ben gegenwärtigem Umstand,nicht genugsame Reuterey hatte, in die Piemontesische Ebene zu rücken, und21 2

den

1693.