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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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268 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

den Herzog von Savoyen da anzugreiffen, damit derselbe genöthiget werdenmöchte, von seiner Absicht auf Pignerol abzustehen. Er wartete also, in demZustand, darein er sich gefeßet, auf die Ankunfft der Reuterey, welche vonder Armee in Teutschland abgeschicket werden, und zu ihm stoffen solte. Ausder Art, wie der Herzog von Savoyen stund, siehet man leicht, daß Mr. deCatinat seine Reuterey nirgends, als in dem Thal von Sufe, zusammen brin,gen, und nach diesem über Rivoli heraus kommen, und auf den Feind anrücken konnte; der Herzog von Savoyen aber, der es für sein Haupt- Werckachtete, Pignerol auf der Seite von Pragelas eingeschlossen zu halten, und hier-nächst entschlossen war, die Armee anzugreiffen, falls sie von Piemont her aufihn los gehen solte, ließ Mr. de Catinat aus dem Thal von Sufe gantz ruhigheraus rücken.

Dieser erste Fehler nur- gedachten Fürstens war sehr groß, indem er gestat-tete, daß die Königliche Armee sich zwischen seine und die Stadt Turin setzte,gestalt, wenn man auch voraussetzet, daß Mr. de Catinat feine Armee, an demOrt, wo sie stund, eine Zeit lang hätte leben lassen mögen, es dennoch gewiß ist,daß der Herzog von Savoyen, dieselbe ganze Zeit über, weder aus Tusinnoch aus Piemont das mindeste hätte erlangen können. Wie aber dieserFürst der Meynung war, daß er schlagen, nicht aber geschlagen werden wolte,so machte er sich die Rechnung, daß er des Königs Armee gänzlich vernichtenwürde, weil solche, nach dem Treffen, sich nirgends anders wohin, als nachSufe, wenden könnte, und wenn also die Schlacht gewonnen worden, und erfein gesammtes Fuß- Volck die andere Seite dieses Thals, über Cumiane undJavan, einnehmen ließ, er leicht hindern würde, daß die Überbleibsel der Armeesich bey Sufe wiederum versammlen könnten, darauf er denn diesen Ort, sobald er sich nur davor sehen ließ, gleich erobern und die Königliche Armee bisin Savoyen verfolgen, die Eroberung der Festung Pignerol auch für ihn darnach eine gewisse Sache seyn würde. Dieser Anschlag war gut, wenn er gelungen ware, allein auch allzu groffen Schwürigkeiten unterworffen, falls ernicht angienge.

Der andere Fehler, welchen der Herzog begieng, war, daß er aus derNachbarschafft der Festung Pignerol allzu spät weggieng, so daß er der Koniglichen Armee nicht eher, als bey Marfaglia, zwischen den Bächen Cifolaund Nove, die um selbige Zeit schier gantz trocken sind, entgegen kommenkonnte. Der Vortheil, welchen dieser Fürst, bey solcher Einrichtung gefundenzu haben glaubte, bestund darinnen, daß er seine Wahlstatt auf so eine Artnahm, daß, im Fall er geschlagen würde, er sich an den Po zurück ziehen, undsich nach Villafranca und Saluzzo begeben könnte; schlüge er aber gegentheilsdes Königs Armee, so befande er sich bey der Hand, einen Theil von seinem

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