Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 269Fuß- Volck, gedachter massen, über Cumiane und Javan gehen zu lassen, undsolcher gestalt die Königliche Armee, auf ihrem Abmarsch durch das Thal vonSufe, vollends zu ruiniren.
Diese Einrichtung machet klar, daß der Herzog von Savoyen von denHohen zu Piofale abwiche, damit er doch seinen lincken Flügel bedecken undseinen rechten gegen Sangon erhöhen können. Sein lincker Flügel befandsich also ohne Bedeckung, und sein rechter stieß nur an die kleinen Gehölze dela Volvera, darcin er einige Bataillons geworffen hatte, wiewohl diese Hölzereigentlich zu reden nur ein blosses Gesträuche waren, durch welches auch sogar die Reuterey dringen konnte. Indem nun solcher gestalt die PiofalischenHöhen verlassen worden, so bekam des Königs Armee Mittel an die Hand,mit ihrem rechten Flügel bis unten an die Höhen zu gehen, und auf diese Maasseüber den feindlichen lincken wegzureichen, von dar aus denn die Unordnungihren Anfang nahm, und nachgebends gar leicht auch unter das Centrum gerieth. Und da endlich der lincke Flügel und das Centrum sich nach dem rechten lenckten, so war es des Königs Armee ein leichtes, auf den Plas der feindlichen Wahlstatt zu rücken, und selbigen davon wegzutreiben.
Bey diesem Exempel von der ersten Art der grossen Actionen, welchesdie sind, wo besde Armeen in Schlacht- Ordnung stehen, und einander allenthalben von fornen angreiffen, finde ich vielerley Anmerckungen zu machen:einige über die tanier zu fechten, andere über die Wahl des Orts, wo manzu schlagen gedencket, und endlich über die Ursachen, die zu dem Treffen be-wegen.
Wegen der Art zu fechten will ich sagen, daß es einem General, der sichvon seinem Feind will angreiffen lassen, unumgänglich nöthig sey, denselbenwenigstens zu zwingen, daß er ihm, mit allen Lingemächlichkeiten, die sich,bey dem Angriff einer wohlpostirten Armee, befinden können, die Schlachtliefern müsse. Hätte der Herzog von Savoyen seinen lincken Flügel gedachter maffen an die Piofalischen Höhen stoffen lassen, so ist gewiß, daß Mr. deCatinat weit grössere Schwürigkeit würde gefunden haben, dessen Armee zuschlagen, weil selbiger vor allen Dingen das feindliche Fuß- Volck von diesenHöhen hätte vertreiben müssen, so doch wegen der Beschaffenheit des erhabe-nen Platzes, daran man nicht leicht gelangen und auf der Höhe sich erhaltenmochte, hatte sehr schwer hergehen können.
Wegen der Wahl des Orts, da man zu fechten gemeynet ist, will ichfagen, daß, wenn der Herzog von Savoyen, mit seiner gesammten Armee,vor den Ausgang des Thals von Sufe gerücket wäre, es Mr. de Catinat unmöglich gewesen, vor diesem Fürsten, in der Ebene sich auszubreiten und ihnanzugreiffen. Zwar entfernete sich der Herzog von Savoyen, durch diese Bes
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