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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 273

hatte, wenn er dieses bewerckstelligen wolte. Auch bediente sich ermeldeterPrint dieses Vortheils dergestalt, daß er einen Theil seiner Armee oben überLabadia übergehen, und mittlerzeit den Marschall de Catinat auf die Seitevon Rivoli immer achtung geben ließ. Nach diesem verstärckte gedachterPrinz ermeldetes Corps dergestalt, damit er, mit Beyhülffe des sehr durchschnittenen Landes, zwischen der Etsch und dem Po, weder das allzu schwacheQuartier zu Carpi, noch das zu San Pietro di Laigniago, zu fürchten hätte,wo Mr. de Teffé, mit dem größten Theil der Reuterey, gleichsam in einemCentro stund, so daß er, nachdem es nöthig wäre, sich so wohl nach Carpi.als nach der Seite von Verona wenden konnte. Diese andere Einrichtungdes Marschalls de Catinat hat mir niemahls gut geschienen, indem da seineArmee allzu sehr von einander getrennet war. Ich bin versichert, daß maneinem Feind, mit Nachdruck, sich nicht wiedersehen kan, wenn dieser beysam-men stehet, oder sich in kürzerer Zeit zusammen ziehen mag, als man dieseszuwege bringen kan, indem man sich selbst zertheilet, auch stehet man allemahl in Gefahr, daß einige Quartiere Schläge bekommen, wenn man sich,auf eine solche Art, zertrennet.

Alles, was ich von diesen ersten Bewegungen, welche zu diesem Capitelnicht gehören, auch davon bereits anderwärts gehandelt worden, aniezo gesaget habe, ist blos deswegen geschehen, damit ich zu erkennen gebe, welchergestalt diese Trennung der Königlichen Armee die wahre Ursach war, daDurch der Print Eugenius auf das Vorhaben gekommen, dieselbe stückweisezu schlagen.

Um diese Absicht zu erreichen glaubte ermeldeter Pring, daß er demMarschall de Catinat neue Sorgfalt erwecken müste, jedoch ohne ihm diejenige, welche er in der Gegend Rivoli und Verona noch stets fort zu tragenhatte, im mindesten zu benehmen. Zu dem Ende ließ der Print Eugeniusein Corps Truppen bis an den Po, Ferrara gegen über, rücken, und an einerBrücke über diesen Fluß bauen, als wenn er Vorhabens wäre, seine Armeein den Staat von Mirandola und Modena geben zu lassen, weil man wuste,daß selbiger Fürst dem Haus Desterreich geneigt war. Ließ auch, vermittelst einer fliegenden Brücke, einige Reuterey hinüber setzen, welche sich daraufvor den Thoren zu Ferrara zeigte.

Diese Bewegung veranlassete in der That den Marschall de Catinat, sichnoch weiter, als zuvor, auszubreiten, und über die Po- Brücke, welche er zuSeraglio hatte, ein Corp Fuß- Volck gehen zu lassen, so darauf den Posten dellaStellata, dem Printen Eugenio fast gegen über, einnahm.

Das war nun eben die Zeit, welche dieser Prinz für bequem achtete, seinVorhaben zu vollstrecken, und des Königs Armee stückweise zu schlagen.Zweyter Theil.

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