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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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272 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

ohne daß dem Marschall de Catinat vergonnet war, sich derselben, auf dem Gesbiet der Republic Venedig, disfeit gedachten Flusses, zu wiedersetzen.

Aus diesem Bericht ist zu ersehen, daß der Prinz Eugenius, mit einermächtigen Armee, in Italien war, da man doch deren Eingang, dem Ansehennach, mit einem guten Erfolg verwehren können. Der Marschall de Carinatstund, mit seiner ganzen Armee, disfeit der Etsch; allein seine erhaltene Or-dres verboten ihm, die erste Feindseeligkeit zu begehen; daher sahe er das FußVolck von der Kayferlichen Armee vor seinen Augen von den Gebürgen herabkommen und sich bey Verona an die Ersch ziehen, ohne daß er sich darwiederfetzen durffte. Des Königs Armee war immittelst in viele Corps zertheilet:ein Theil des Fuß- Volcks hatte den Poften Rivoli, an dem Ufer der Ersch,innen, und gieng mit ihren Posten bis an Montebaldo, um nur den Feindabzuhalten, daß er nicht seinen Marsch zwischen dem Garder- See und derEtsch wegnahme, und sich gleich anfangs bey Peschiera und an den Minciosetzte; der größte Theil der Reuterey aber und das übrige Fuß- Volck stun.dVerona gegen über.

Vermöge dieser ersten Einrichtung glaubte der Marschall de Catinat,den ersten Anfällen des Prinzen Eugenii fich auf gleiche Art zu wiedersetzen,er möchte nun entweder zu Verona, oder über die bey diesem Ort nahe gelegenen Brücken, über die Etsch gehen wollen: angesehen man nicht zweiffelnkonnte, daß der Venetianer Neutralitat dem Kayser gänglich zum Vortheilgereichte. Über dieses hielte man nicht dafür, daß das Meyländische, imAnfang der Veränderung in Spanien, für seinen neuen König wohlgefinnet ware, welches denn Anlaß gab, sich einzubilden, es wäre schon genug, wennman verwehrte, daß des Kaysers Armee nicht hinein gelangen könnte, auchglaubte man dieses zu wege zu bringen, wenn man nur gedachte Armee nöthigte,auf der andern Seite der Etsch zu bleiben. Allein diese erste Einrichtungwar von keiner langen Dauer, weil der Print Eugenius, längst der Etsch,unter Verona, bis Labadia gegen über sich ausbreitete. Der Marschall deCatinat breitete sich seines Orts ebenfalls aus, und gieng mit seinem rechtenFlügel bis nach St. Pietro di Laigniago und Carpi, jedoch ohne das Corps zuFuß, welches er zu Rivoli hatte, zu vermindern, weil der Print Eugeniusebenfalls Infanterie Rivoli gegen über gelassen, und stets das Ansehen hatte,als wenn er an diesem Ort über die Etsch gehen wolte.

Man weiß, daß die Etsch, welche von ihrer Quelle an, bis ein wenigüber Verona, auf der Mittags- Seite, ihren Lauf hat, sich auf einmahl gesgen Morgen wendet. Daher leicht zu sehen, daß der Print Eugenius, derfich auf diese Maaffe ausgebreitet hatte, in weit kürzerer Zeit, als Monf. deCatinat, sich zusammen ziehen konnte, massen dieser einen viel weitern Weg

hatte,