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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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275
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 275

Hierbey ist anzumercken, wie ein Vorhaben geschickt ausgesonnen, undweislich geführet worden, durch solche Bewegungen, die mit aufferlichen Beszeigungen verdecket, und von der wahren Absicht ganz unterschieden, jedochaber so scheinbar und zu überreden geschickt waren, daß der lgcgenseitige General den falschen Schein stets für das Wahre angenommen, ohnerachtet diesfer allemahl so nahe bey der Hand gewesen, daß er das Wahre von dem Scheinhåtte unterscheiden können.

Ob nun wohl dieses Gefecht, in Ansehung der verlohrnen Mannschafft,sehr geringe war, so brachte es nichts desto weniger verschiedene ansehnlicheWürckungen hervor. Des Königs Truppen konnten nicht ehe wieder zusammen stoffen, bis daß sie an dem Mincio anlangten, weil die KayserlicheArmee sonder Zeit- Verlust über die Etsch gieng. Ja man konnte sich so garnur wenige Tage disfeit des Mincio halten, indem der Pring Eugenius, beyMonzanbano, über diesen Fluß gieng, und man daher gezwungen ward, sichhinter den Oglio und die Adda zu ziehen, um solcher gestalt zu verhindern, daßDer Feind nicht etwa, durch das Gebiet von Brescia, in das MeyländischeDrunge: weil man anfänglich einen völligen Aufstand in diesem Staat befürchtete, indem da nichts als Spanische und Italianische Truppen waren.Auf solche Maaffe hatte der Pring Engenius das ganze Land zwischen derEtsch und der Adda innen, Mantua allein ausgenommen, als worinnen maneine starcke Besatzung gelassen hatte.

Ich habe oben gedacht, daß der Marschall de Catinat, durch die Besfehle von Hof, in seiner ersten Einrichtung, allzu fehr gezwungen, und ihmnicht erlaubet gewesen wäre, dem Prinzen Eugenio sich zu wiedersetzen, alsdessen Armee aus dem Tridentinischen heraus kam, und in den Staat von Venedig rücken wolte. Daher denn dieser erste Fehler, welcher, in Ansehung desallgemeinen Kriegs- Projects, unzweiflich sehr groß war, demselbigen Generalnicht beygemessen werden konnte; jedoch aber kan man ihm auch nicht zu guthalten, daß er die ersten Bewegungen des Prinzen Eugenii in aufmercffameBetrachtungen nicht gezogen, nachdem erwähnter Prinz einen Theil seinerArmee über die Etsch gehen, und den andern, Rivoli und Verona gegen über,fiehen bleiben ließ.

Es scheinet mir auch folgende Betrachtung, die einen darauf gebrachthätte, das wahre Vorhaben seines Feindes zu ergründen, sehr schlecht undrecht, indem es in weiter nichts bestund, als in der Einrichtung beyder Armeen. Es hatte aber dieselbe auf solche Art angestellet werden sollen:„ Diewahre Absicht des Prinzen Eugenii kan nicht mehr seyn, über Verona, mitfciner ganzen Armee über die Etsch zu gehen, und dahin zu trachten, wie ersich dem Meyländischen, auf der Seite von Brefcia, nähern mege, weil er,Mm 2

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