276 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.
,, unter Labadia, mit einem Theil seiner Truppen, über diesen Fluß gegangen,, ist, und sich so gar bis an den Po ausgebreitet hat: immassen er den Uber-gang über die Etsch, oben über Verona, nunmehro ferner nicht, als mit eis,, nem schlechten Corps, nehmlich demjenigen, so er nahe bey Verona gelassen, versuchen könnte. Within ist gewiß, daß, wenn auch gleich das Corps,so ich zu Rivoli laffen werde, schwächer als das gegenseitige wäre, der Feind,, deswegen dennoch in dem Stande nicht seyn wird, in diesen Posten mit Gewalt zu dringen, bevorab da ich solchen mit neuen Truppen versehen, undden Feind zwingen kan, von diesem Vorhaben abzustehen. Daher ist es,, unnüß, daß ich auf dem Posten zu Rivoli einen Hauffen Fuß- Volcks, der sowichtig ist, als der, welchen ich da laffe, fernerhin behalte, sondern es ist weit" rathsamer, daß ich einen Theil von selbigem Fuß- Volck in das Quartier„ auf dem rechten Flügel der Armee bringe, weil es ein durchschnittenes Landist, dahin sich die Infanterie wohl schicket. Der Feind fan, zwischen Vero-,, na und Labadia, über die Etsch zu gehen nicht versuchen, weil alle Ufer diesses Flusses besetzet sind, und wenn er sich vornehmen wolte, eine Brücke dar,, über zu bauen, so vermag er solches doch nicht in das Werck zu richten ohne,, daß ich zeitlich genug darbinter komme, und es ihm zu verwehren suche. Wennsich demnach sehe, daß der Prinz Eugenius anfanget, sich längst der Etsch,,, unter Verona, auszubreiten, so darff ich nicht fürchten, daß seine wahre Ab-sicht sey, Brücken über selbigen Fluß zu schlagen, und in meiner Gegenwartdarüber zu gehen, so lange er einen Theil seines Fuß- Volcks Rivoli gegenüber låsset. Da nun also dieser Pring, unter Labadia, über die Etsch gegan,, gen, und mit dem größten Theil seiner Armee zwischen der Etsch und dem,, Po ist, so kan er ferner nur zwey Absichten haben. Entweder er will es da,, hin bringen, daß man an mancherley Orten, die sehr weit von einander lies» gen, aufmercksam seyn müsse, damit er des Königs Armee zertheilen, und dar-,, auf gegen die schwachste Parthey agiren möge; oder er gedencket über den,, Po und in das Modenesische zu gehen, und bey solcher Gelegenheit eine Veran,, derung in dem Königreich Neapolis zu versuchen.
Nach der Untersuchung, die ich alleweile angestellet habe, ist, unter die-sen beyden Absichten des Feindes, diejenige wohl die vernünfftigste, wenn,, man glaubet, daß der Print E genius, gegen die allzu schwachen Quarties,, re, auf dem rechten Flügel der Königlichen Armee, zu agiren suchet. Dies,, femnach muß ich mich in felbigen Gegenden, mit einem Corps Fuß- Volck„ verstärcken, weil dieses Land so beschaffen, daß es da mit gutem Erfolg diesnen wird. Auch soll ich mich zu dieser Parthey um so viel mehr entschliessen,, weil in dem Fall, da der Prinz Eugenius würcklich bedacht wäre, im Anfang" Dieses Feldzugs, über den Po zu gehen, welches man doch, so lange er einen
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