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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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281
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 281

welche hinter dem lincken Flügel der Königlichen Armee lagen, hinweg neh-men wolte. Man nahm auch solche Derter würcklich ein, welches denn aller-dings einen ausgemachten Vortheil anzeigte, weil der Feind, so in seinem Po-ften blieb, die folgenden Tage nichts vornahm, Guaftalla zu retten.

Dieser Anschlag des Prinzen Eugenii war schon, und es hat dabeynichts gefehlet, als das Glück, daß er eben so glücklich ausgeführet, als klug-tich angeleget worden wäre. Auch ist es, durch einen blossen Glücks- Fall, denDer Print Eugenius nicht zuvor sehen konnte, geschehen, daß des Königs Armee, bey dieser Gelegenheit, erhalten worden, und daher wohl verdienet, daßman denselben wisse.

Die Kayserliche Armee war gedachter massen hinter dem Damm desZero verborgen, und der Prinz Eugenius, welcher von dem Corps zu Pferd,so vor dem Marsch der Armee hergehen solte, nicht war entdecket worden, weildasselbe bey der Höhe der Fronte des Lagers stehen geblieben, und mit seinerSorgfalt nicht weiter gegangen war, befand sich also der Königlichen Armeegant nahe, ohne daß sie davon etwas wuste. Gedachter Print hatte sich immittelst die Rechnung gemacht, die Königliche Armee würde, bey ihrer Ankunfft auf ihrem bestimmten Platz, das Gewehr ansehen und sich lagern;darauf denn die Neuterey auf Fütterung, und das Fuß- Volck nach Strohund Wasser ausgehen dürffte, und wenn er also die gelegene Zeit nåhme, undvon fornen auf das Lager der Königlichen Armee, der er sehr nahe stünde, ansrückte, er alles Gewehr von den Pyramiden und einen Theil der Pferde beydem Piquet wegbekommen würde, welches denn in einem Augenblick den Un-tergang der ganzen Armee zu wege gebracht hätte.

Dieser Anschlag solte nun in dem Augenblick vollzogen werden, und derPring Eugenius wartete nur auf diese erwünschte Zeit, als ein ganz unverhoffter Glücks Fall allein Ursach war, daß gedachter Prinz entdecket ward,und zwar noch zeitlich genug, daß man, ehe das Fuß- Volck sich verlauffenhatte, behörige Anstalt dargegen machen konnte.

Mit diesem ungefähren Zufall hatte es aber folgende Bewandniß. DerDamm des Zero ist nicht gerade, weil er dazu dienet, daß er das Gewässerdes Canals, welches von dem Po über Seraglio bis an den Po nach Reverozugehet, in sich faffen soll, und sich nach dem Boden der Erde, da das Wasser hinfleußt, richtet. Nun war dieser Damm der Fronte des Lagers, an einigen Orten, so nahe, daß ein Adjutant dafür hielt, er könnte die Wacht seisnes Lagers nicht beffer anbringen, als wenn er solche auf diesen Damm aussstellte. Indem nun gemeldter Officier diese Wacht aufführte, so geschahe es,daß selbiger, aus blossem Vorwitz das Land jenseit des Damms zu sehen, aufdiesen hinan stieg, und daselbst innen ward, daß die ganze feindliche Infanterie,Zweyter Theil.

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