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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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312 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

und unsere Efcadrons von hinten zu angriffen; und ob wohl diese bey nahealle feindliche Escadrons, so auf sie los gegangen, zurück geschlagen hatten, sowurden sie doch, durch die Efcadrons von der andern feindlichen Linie, undvon denen, welche sie hinterwärts angriffen, in völlige Unordnung gebracht.

Den Angriff des Dorffs Ramilli stellete der Feind hingegen auf eineganz andere Art an, als er es mit der Neuterey von dem rechten Flügel ge=macht hatte: zwar marschirte er auf vier Colonnen, wie er sich aber der Spitzediefes Dorffs näherte, so erkannte er also fort, daß unsere Linie zu Fuß von demDorff allzu weit entfernet stund, als daß sie dasselbe mit ihrem Feuer be-schützen mögen, wie nicht weniger die Seiten des Dorffs mit Truppen nichtversehen, weil ihrer gar zu wenig darinnen waren. Nach dieser schlimmenEinrichtung von unserer Seite machte er eine gute, indem er eine von seinenhintersten Linien auf die Fronte der ersten rücken ließ, und als er sich daraufdem Dorff näherte, so breitete sich diese Fronte, welche drüber weg reichte,nach der Seite des Dorffs zu, Krücken- weise aus, und drang hiernächstleicht hinein, mittlerzeit da die Truppen den Angriff von vornen auszuhaltenhatten.

Gleichwohl konnte die Gegenwart des Generals, ja nicht einmahl sovieler andern Generals Personen von dem rechten Flügel ihre, aller dieserUnordnung deffelbigen Flügels keines weges abhelffen; die übrigen Officiersund gemeinen Soldaten aber vermochten eine Sache, die, wegen der bösen Ein-richtung, verlohren gegangen, durch ihre Tapferkeit, nicht wieder gut zu machen, daher denn die Unordnung gar bald auf dem ganzen rechten Flügel all-gemein ward, so, daß solcher seine Wahlstatt und seine Stücken verließ. Derlincke Flügel zu Pferd und einige Bataillons hingegen, die nicht getroffen hatten, zogen sich ziemlich ruhig zurück, bis die Nacht einfiel, gestalt da die Unord-nung und Flucht allgemein war.

Solcher gestalt schlug der Feind, in einer viertel Stunde Zeit, eine Ar-mee von achtzig tausend Mann, da er hingegen nicht zwey tausend auf demPlatz ließ, auch bekam er achtzig Stücken Geschüßes, wie nicht weniger einefehr grosse Menge Bagages, und eroberte die gesammten Spanischen Niederslande, nachdem unser General ihm dieselbe zur Beute überlassen hatte. DieErzehlung dieser Schlacht, welche für den Staat so betrübt abgelauffen, gie-bet mir nur eine Anmerckung zu machen an die Hand, nehmlich, daß ich michsehr wundere, daß der König so lange Zeit zugebracht habe, ehe er, erfahren,was dem ganzen Königreich Franckreich niemahls unbewust gewesen ist.dlacht bey Die Schlacht bey Caftiglione, welche der Graf von Medavi, gegenCaftiglione den Erb- Pringen von Hessen- Cassel, in dem Jahr 1706. zwey Tage nach auf-1706. gehobener Belagerung vor Turin, erhalten, ist von der ersten Gattung groffer

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