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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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311
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 311

Theil seines Fuß- Volcks von seinem rechten Flügel wegzog, und mit solchem,vor dem Dorff Ramilli, und dem rechten unserer Infanterie, viele Linien forsmirte, man auch nicht zweiffeln konnte, daß solches nur zu dem Ende geschähe, daß er gegen das Dorff Ramilli, und unsern rechten Flügel zu Fuß, einenstarcken Ansah thun wolte, so mechte man doch dem Marschall de Villeroiabermahl vorstellen, was man konnte, ihn zu bewegen, daß er die Linie sich demDorff nähern, und einen Theil des Fuß- Volcks von dem lincken Flügel hinster den rechten und das Centrum, wie man fahe, daß es der Feind machte,doppelt hinstellen laffen möchte: so konnte man doch niemahls erhalten, daß erdiese Veränderung bey seiner Schlacht- Ordnung vornahm, unerachtet es sehrvernünfftig war, daß man, in Ansehung der Vertheidigung, sich nach dem gerichtet hatte, was man den Feind zum Angriff bereiten fabe.

Nicht weniger ward man gewahr, daß der Feind von der andern LinieFuß- Volck wegnahm, und nach Taniéres marschiren ließ. Man stellete demMarschall, wiewohl stets vergebens, vor, daß der Feind alles auf seinen linscken Flügel gebracht hätte, und daher unser rechter nicht in dem Stande wäre,einer so groffen Gewalt zu wiederstehen; allein nichts war vermögend, ihn dashin zu bringen, daß er sich nach seinem Feind gerichtet hätte. Als nun endlichder Feind fünff ganger Stunden mit gedachter Einrichtung zugebracht, ohnedaß Mr. de Villeroi auf einige Art bedacht gewesen, den rechten Flügel in denStand zu setzen, daß er den Anfall, welchen der Feind auf denselben zu thunsich bereit gemacht hatte, gebührend aushalten können, so griff er das DorffTaniéres an, und nachdem er sich desselben völlig bemeistert, und seinen lincken Flügel daran stoffen lassen, so marschirte er gegen unfern rechten Flügelzu Pferd auf vier Linien, gegen unser Fuß- Volck aber, so in dem Dorff Ra-milli war, auf vielen Linien und Colonnen. Indem er nun unseren rechtenFlügel nahe kam, so ließ er seine andere und vierte Linie zu Pferd in die Zwisschen Plätze seiner ersten und andern Linie rücken, also, daß, wie er auf unslos gieng, er nur eine Fronte, ohne Zwischen Plage, machte.

Diefe Bewegung geschahe so nahe, daß unser rechter Flügel nicht Zeithatte, sich zusammen zu ziehen und die Zwischen- Plaße zu schliessen, noch auchsolche von der andern ausfüllen zu laffen, bevorab da selbige nicht nur gar zuweit von der ersten Lirie in Schlacht Ordnung gestellet war, sondern auchdiese Bewegung vorwärts nicht frey machen können, weil die Equipages, foaus Nachläßigkeit zwischen den beyden Linien gelassen worden, dazwischenwaren, wie ich bereits angezeiget habe.

Solchemnach ward unser rechter Flügel von einer zusammenhangendenFronte dergestalt angegriffen, daß die Efcadrons, welche sich vor unsern Zwischen Plätzen befanden, ohne Wiederstand eindrangen, sich darauf wandten,

und