334 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXIII.
und seinen Truppen hinein gesperret hatte, ferner nicht heraus kommen können, immassen er sich vernünfftiger weise versichern konnte, daß der unumgängliche Mangel, welcher in einer belagerten und richtig eingeschlossenen Fesstung zu entstehen pfleget, dessen Eroberung sehr befördert, wenn die Gegen-wart des Fürsten und seines Hofs den Aufgang vermehret. Wenn man nunalles, was sich in die Festung eingesperret hatte, vermittelst einer behörigenEinschliessung, darinnen behalten wolte, so hätte man zu erst den Bau derStadt Turin in Betrachtung ziehen sollen, nachdem man die Beschaffenheit des da herum liegenden Landes zuvor in Augenschein genommen gehabthätte.
Selbige hat vier Thore: Das von Pallais gehet in die Vorstadt du Balonund nach Chivas, das andere de la Suzine führet nach Sufe, das St. PetersThor gehet nach Pignerol, und das Po- Thor nach Quiers, långst dem Pohin, wenn man von der Brücke weggehet und sich auf die rechte Hand lencket,kehret man sich aber, wenn man von der Po- Brücke herunter kommt, auf dielincke Seite, so gelanget man nach Veruë. Unter diesen vier Thoren konnteder Herzog von Savoyen nur zwey, unter währender Belagerung, zu seinemVortheil gebrauchen, nehmlich das Po- Thor und das de Pallais. Das Po-Thor gab ihm die Communication mit den Posten auf den Höhen, und einevöllige Freyheit ein- und auszugehen, so daß er vielerley Wege, die von einander entfernet waren, nach seinem Gefallen gehen konnte, wie ich alleweile gesmeldet habe. Das von Pallais gestattete ihm die Communication mit derBorstadt du Balon. Ja ich kan mich in Ansehung desjenigen, so wegen dieser Einschliessung zu besorgen gewesen wäre, noch weiter einschräncken und sagen, daß der Herzog von Savoyen, in Betrachtung seiner Communicationmit dem, so ausser der Festung war, blos von dem einigen Po Thor Nußenhaben konnte.
Da nun, wenn man eine Belagerung vornimmt, die erste Sorge seynsoll, den Ort vollkommen einzuschliessen, fo båtte Mr. de la Feuillade zuforsderst und vornehmlich dahin bedacht seyn sollen, dieses rechtschaffen zu bewerck-stelligen; allein das that er keines weges. Er ließ sich genug feyn, seine Armeevon dem Ober- Po bis an die Doria zu stellen, und legte zwischen der Doria unddem Nieder- Po nur ein kleines Quartier, zur Sicherheit der von Chivas herkommenden Convoyen an. Auch war dieses Quartier nicht einmahl mit Linien bedecket, wie ich dasselbe, in der Fortsetzung meiner Anmerckungen, zuzeigen gemeynet bin, angesehen da weiter keine Linien, als von dem Ober- Pobis an die Doria, zu finden waren, also daß, die ganze Belagerung über,Der Herzog von Savoyen das Po- Thor und das von Pallais, nach Beliebenhat gebrauchen können.
Wenn