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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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342 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXIV.

angelegen seyn, zu einem allgemeinen Angriff richtige Anstalt zu machen. Dermehr- gedachte Felß ward, durch zwey Bache, auf beyden Seiten, von denandern Bergen abgesondert, in welchen Bächen jedoch an gewissen Tagen,da kein Schnee in den Gebürgen geschmolzen, kein Waffer anzutreffen war;Dargegen aber war das Ufer dieses Bachs mit einer Brust- Wehr von grossenrunden Kieselsteinen bedecket, hinter welche die Waldenser sich zum Schiessenanstelleten, die Runde der Kieselsteine auch nur kleine Löcher ließ, dadurch sieihre Flinten zu stecken pflegten. Auf meiner Seite konnte man an den Bachnicht anders, als vermittelst eines kleinen Fuß- Steigs in dem Felsen, gelangen,woselbst jedoch nur Mann vor Mann gehen konnte; wenn man aber an dasUfer des Bachs gekommen war, so konnte man sich auf der rechten und lincfen ausbreiten, und eine Fronte machen, so der Brust- Behr, hinter welcherDie Waldenser steckten, gleich war. Auf den beyden andern Seiten stieß derFelß an die Berge, und war da zwar kein Bach darzwischen, dargegen abergab es daselbst unwegfame Höhen, wo Menschen, wie mir es vorkam, nichtfortkommen mochten.

Damit ich nun diesen Posten, durch einen allgemeinen Angriff, über-wältigen konnte, fo machte ich meine Einrichtung auf nachfolgende Art. Gleich-wie ich aber, an keinem Ort, die Würckung meiner Anfälle sehen konnte, somachte ich zu iedem Angriff eine besondere Einrichtung, dergestalt, daß ich geswisse Zeichen gab, damit ich einem ieden Angriff andeutete, was der anderePinfall, den dieser nicht sehen konnte, für eine Würckung hatte: zu dem Endestellete ich, auf einen sehr hohen Felsen, von dar man schier alles wahrnehmenFonnte, einen verständigen Officier, welchem ich meine allgemeine. Einrichtungschrifftlich einhändigte, und ihm zugleich eine Fahne gab, mit der Bedeutung,Daß er die Zeichen nach meiner Absicht, und wenn es Zeit seyn würde, gebensolte. Ich meines Orts erwehlete, zu dem Angriff, dabey ich selbst gegenwärtig seyn wolte, das Ufer an dem Bach, weil ich glaubte, daß ich daselbstdie meiste Aufmerksamkeit von nöthen haben würde, woferne es da gelingensolte. Immittelst ließ ich jeden Soldaten, zu diesem Angriff, eine starckeFaschine machen, die wohl zusammen gezogen, auch dicker als der Leib, undmit einer groffen Stange, welche hinten auf die Erde gieng, durchzogen war,mit deren Beyhülffe der Soldat die Faschine vor sich tragen und bey seinemAinmarsch bedecket feyn, auch zuweilen schiessen konnte, nach der Maasse, daer sich dem Ufer des Bachs näherte. Meine Absicht hierbey war, daß ichfolcher gestalt den Fußsteig, der an den Bach geleitete, vor dem feindlichenFeuer gesichert hinab gehen, und mich auf der rechten und lincken Seite desBachs ausbreiten, zugleich auch durch die so aufgerichtete Faschinen, bedecktfeyn wolte.

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