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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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343
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap.XXXIV. 343

Darauf begab ich mich ein wenig vor Tage auf den Marsch, also, daßich mich, da es helle ward, längst dem Bach hingestellet fabe, und bis auffelbige Zeit, von dem Feind, nur ungewiffe Schüsse auszuhalten gehabt hatte.Inzwischen war von mir ein Mittel ausfündig gemacht worden, daß ich,durch viele Winden, ein kleines und sehr kurzes Stück, das vier Pfund schoffe,auf einem Schlitten mir hatte, auf meinem Marsch, nachführen lassen: diesses war, wegen Sicherheit der Officiers, die selbiges gegen das Ufer des Bachs,ne) mlich acht oder zehen Schuhe von der feindlichen Brust Wehr, losfeurenfolten, auf meine Ordre, gleicher gestalt mit Faschinen überkleidet worden.So bald nun mit diesem Stückgen der erste Schuß gethan ward, so that esgegen die von Kieselsteinen gemachte Brust- Wehr eine solche Würckung, daßein Loch darein gemacht ward, auch jagte das Krachen von dem Geschüß,dessen der Feind sich nicht versahe, diefem einen so grossen Schrecken ein, undfrischete die Truppen auf meinem Angriff dergestalt an, daß sie in den Bach,darinnen selbigen Tag wenig Waffer anzutreffen, muthig hinein sprungen,die Verschanzung überstiegen, und alles, was sich zur Wehr stellete, niedermachten. Zu eben der Zeit gab auch der Officier, welcher die Fahne hatte,den andern Angriffen das verabredete Zeichen, darauf denn der mehr gedachteFelß der Vier- Zähne, in seinem ganzen Umfang, in nicht gar zwey Stunden Zeit, erobert, und alles, was sich von Waldensern darein gesperret, niedersgehauen ward, ausgenommen hundert und zwanzig, welche auf der Seitedes Angriffs, darzu ich Mr. de Clerembout bestellet hatte, Mittel fanden, sichDurch die Flucht in Sicherheit zu sehen.

Ich habe die Verschanzung der Vier Zähne unter die Zahl der versschanzten Lager gefeßet, weil an diesem Ort keine Wohnung war, und dieWaldenser dafelbst eben so mit einander verfchanzet waren, wie ich gefagethabe, nehmlich an dem Ufer des Bachs, die andern Zugänge aber von denGebürgen her hatten sie abgeschnitten. Hiernächst will ich auch zu erkennengeben, daß, wenn man einen Posten, dessen Lage wunderlich und seine Befestigung den Regeln der Kunst nicht gemäß ist, anzugreiffen willens, manweit grössere Sorgfalt dabey zu tragen habe, als wenn man regulite Fesftungs- Wercke angreiffen muß, die man mit seinen Augen sehen kan: massenbey einer solchen Gelegenheit man schon voraus gefehen haben soll, daß eine fowunderliche Lage unbekannte Hindernisse in den Weg legen werde, man auchnicht wisse, was felbige in den Gemüthern der angreiffenden für eine Würcfung hervorbringen möchte, die man im übrigen iedoch bereden muß, daßes, vermöge der guten Einrichtung, darein man sie seßet, ihnen unfehlbar gelingen werde

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