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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXVI. 355

trichen werden mögen. Daher denn, wie gedacht, die Wercke, so die Vorstadt du Balon bedeckten, und jenseit der Doria waren, alsofort würden seynverlassen worden, so bald nur der Laufgraben so nahe gekommen, daß selbigevon der Festung hätten mögen getrennet werden.

Alle diese Ursachen, einen von diesen beyden Angriffen, jedoch den bewdem Veters Thor, wegen leichterer Bedienung der Attaque, weil der grösteTheil der Kriegs- Nothdurfft, über Chivas, in das Lager kam, lieber zu erwehlen, waren, so gut auch solche seyn mechten, gar nicht vermögend, dasVerhängniß zu überwiegen, welches, vermittelst der übeln Wahl des An-griffs, den wir bey Turin vornehmen solten, uns zu dem Verlust von ganzItalien führete.

Man entschloß sich demnach, vor der Citadelle, den Laufgraben, auf eisner Fronte, die alles ganz und gar bestriche, ohne Bedencken zu eröffnen, unerachtet die Basteyen mit Contregarden bedecket, die Winckel in der Con-trefcarpe mit gemauerten Reduten, welchen die Bomben nicht schaden inochten, die beyden Glacis schön und sorgfältig mit Gegen- Minen versehen waren;mit einem Wort, gegen eine Fronte, die man, mit aller Kunst und in dergleichen Fall erforderten Kosten, zu einer langen Gegenwehr bereit gemachthatte.

Die Ursache aber, die man anführete, daß man Turin bet, der Citadelleangriffe, war diese, nehmlich daß man auf diese Maaffe nur eine Belagerungvornehmen dürffte, weil mit deren Eroberung die Stadt zugleich fallen müste;dahingegen, wenn man einen von den beyden andern Angriffen erwehlete,man die Verschankung, und die kleinen Berge, so diese in sich fasfete, zuvoreinnehmen müste; nach diesem aber hätte man ete die Stadt zu erobern,und darauf endlich noch die Citadelle zu belagern, folglich müste man, statteiner, drey Belagerungen vor die Hand nehmen.

Doch wäre dieser einzige Grund leicht zu bestreiten gewesen, indem er,in Betrachtung gegenwärtigen Falls, keinen Bestand haben mochte, und diesses aus folgenden Ursachen: Der Herzog von Savoyen hatte sich, mit allem, was ihm von Fuß- Volck übrig war, und bey nahe mit seiner gangenReuterey, in Turin hinein gesperret, daher hätte man seine Angriffe auf soeine Art erwehlen sollen, daß man die vollige Einschliessung des Orts dabeygefunden hatte, damit weder er, noch seine Truppen, aus Turin ferner båtsten heraus kommen mögen. Wäre dieses Corps zu Grunde gerichtet worsden, so hätte solches, für die Alliirten, den Verlust von Italien nach sich ge-zogen, und der Herzog von Savoyen wäre auf einmahl völlig ruiniret geswesen. Solchemnach war hauptsächlich daran gelegen, daß man diesen Fürssten in der Festung dergestalt behielt, daß er von dar nicht wieder heraus geslangen

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