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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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360 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXVI.

schen Basten, welche an den alten Haupt- Wall der Festung anstieß. DerAngriff bey dem Valencienner Thor war zu dem Ende dahin geleget, daß erdas schwere Geschütz, damit man die Schleussen, so bey diesem Thor sind, zuruiniren gedachte, bedecken solte. Immittelst nahm selbiger eine sehr kleineFronte ein, weil dessen rechte Seite von dem Wasser der Überschwemmungfehr eingeschräncket ward, auf der lincken aber durffte er sich nicht allzu sehrausbreiten und sich auf das Glacis der Citadelle wenden, weil dieses allenthalben unterminiret war.

Diese Einrichtung, in Ansehung der Angriffe, brachte es würcklich da-hin, daß sich die Besasung theilen muste, auch hielte Mr. de Surville dieselbeallzu schwach, als daß er, wie ich gedacht habe, auf eine Attaque, mit der-felben einen starcken Anfas nur nach und nach thun könnte, welche Gedanckenjedoch im Grunde falsch und unrichtig waren. Wenn ich aber gleich zugebe,wie ich zu sagen willens bin, wenn ich von den Fehlern, so man bey der Gesgemwehr der Festung Tournai begangen, reden werde, daß diese drey Angriffeeine gute Würckung gethan und die Trennung der Besatzung zuwege gebrachthaben, so wird man nicht weniger bekennen müssen, daß der Feind in derFührung seiner täglichen Arbeit, um sich den Wercken und dem Haupt- WallDer Festung zu nähern, grosse Fehler begangen habe. Gleichwie aber meineAnmerckungen auf nichts anders, als was die Erwehlung des Angriffs betrifft, allhier gerichtet sind, so will ich mir es genug seyn lassen, wenn ich sage,daß der Feind, in Vergleichung seines Fuß- Volcks, mit dem, so in der Festung steckte, klug gedacht hat, indem er viele ganz von einander gesonderteAngriffe formiren wollen; die Führung seiner Arbeit aber sehr wenig kluges,ja gegentheils viel verwegenes, an sich gehabt habe, wie ich solches darthunwill, wenn ich von der Belagerung Tournai, in Ansehung der Vertheidigungder Festungen, etwas reden werde.

In eben dem Jahr 1709. haben die Feinde, nach der Schlacht beyMalplaquet, auch Mons belagert. Sie griffen es bey dem BerthamonterThor und bey dem nach Nimy an, damit sie die Besagung, so allzu schwach war,von einander trennen möchten. Der Angriff bey dem Berthamonter Thorwar ungefähr eben derjenige, woselbst der König diese Festung im Jahr 1691.erobert hat; allein der Ort war von selbiger Zeit her gar sehr verbessertworden.

Dieweil ich aber von dieser Belagerung kein Tage- Register habe erlan-gen mögen, so will ich davon weiter nichts sagen, als was mir von Leuten,die einige Erfahrung hatten und damahls in der Festung gewesen, ist hinterbracht worden, wiewohl nur in so weit, als solches die Vertheidigung ange-het, wenn ich nehmlich von dieser Materie handeln werde. Jedoch, wenn ich

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