Historische und Militarische Nachrichten.
Cap. XL. 365Festung, deren Glacis unterminiret, anzugreiffen habe, auch würden sich hier,über diese Materie, viele Anmerckungen zu machen finden, daferne die Citasdelle zu Tournai, der Gebühr nach, wäre vertheidiget worden; dieweil manaber nicht sagen kan, daß solches geschehen sey, unerachtet deren Glacis und gefammte Wercke vortrefflich unterminiret gewesen, so will ich meine MeynungDieferwegen so lange verschieben, bis ich die Fehler, so man bey der Vertheidigung dieses Orts begangen, zu untersuchen Gelegenheit nehmen werde.Das vierzigste Capitel.
Cap. XL.
Von dem Angriff der Aussenwercke.
J
N diesem Capitel rede ich von dem Angriff der Aussen-Wercke, deren es zweyerley Arten giebet. Einige liegengang draussen und ausser dem bedeckten Weg der Festung, und andere sindzwar von dem Haupt- Wall abgesondert, liegen aber dennoch in dem bedeckten Weg und der Contrescarpe. Hier will ich nur von der ersten Gattungreden, deren es vor diesem viele zu Arras gab, weil die Ning- Mauer derStadt alt war, und weder Basteyen, noch wichtige Flanquen hatte. Insdem nun der Marschall von Schulemberg*, der Gouverneur darinnen war,eine zahlreiche Besatzung hatte, der Hof aber, zu derselben Zeit, ihm nicht zulängliche Geld- Mittet reichen konnte, diesen Ort nach den Regeln zu befestigen,so ließ dieser Marschall eine grosse Menge solcher Aussenwercke von allerhandGattungen um seine Festung herum anlegen, nachdem solches der Platz ersforderte. Doch waren diese Wercke nicht ausgemauert, sondern nur mitSturin Pfälen versehen, verpallisadiret und mit Graben umgeben. Wiees nun zur felbigen Zeit noch nicht gebräuchlich war, vor die Festungen, welche man belagerte, eine so mächtige Artillerie zu führen, so machte sich Mr.de Schulemberg gar billig die Rechnung, daß solche Wercke, von dem feindlichen Geschütz, schwerlich würden in Grund geschossen werden, und daß erdieselben, durch seine starcke Befaßung, lange Zeit behaupten lassen wolte,maffen deren Feuer den Feind nöthigen würde, sich seinen Wercken, mit Vorssicht und vermittelst des Laufgrabens, zu nähern, folglich aber würde er demselben dadurch Anlaß geben, daß er sehr lange Zeit aufwenden müste, che eran den Haupt- Wall seiner Festung, die wenig nug war, gelangen könnte.Nun waren dergleichen Gedancken wohl damahls gans gut; allein heut zuTage dürffte ein solches Verhalten gar groffe Ungelegenheiten anzutreffen haben: iminassen diese von der Festung abgesonderte Wercke, durch die Stückenund Bomben geschwinde ruinirt seyn würden, so daß die darinnen stehendeMannschafft sich da nicht lange in Sicherheit befinden dürffte, diese zer313
Vielleicht soll es Schömberg heiffen.
Stöhrte