416 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XLIX.
waren auf eben die Art, wie die von der ersten Linie, eingerichtet, ausser daßsolche, gegen die Lippstädter Besatzung, zu ihrer Sicherheit, besondere Vorssichten zu gebrauchen hatten.
Uber diese iest- bemeldete Vorsichten war auch Mr. de Turenne bedachtgewesen, vorn bey den Quartieren der ersten Linie, wo der General SammelPlas aller Quartiere der Armee war, eine Wahlstatt zu recognofciren, wieDenn auch iedes Quartieri insonderheit Wege befehen hatte, damit sie sich, aufden recognofcirten Plas, eilig und sonder Unordnung begeben möchten, fallser, bey fortwährenden Winter- Quartieren in dem Land, es versuchet hätte, wieder über die Weser zu gehen, und etwas gegen die Quartiere zu unternehmen;wiewohl diese, vermittelst dieser klugen Vorsichten, allemahl in Ruhe blieben.
In dem Winter von 1678. bis 79. nahm des Königs Armee, nach demNimagischen Frieden, ihre Winter- Quartiere, vor den Spaniern, in dem Clevischen, längst der Maas, und in dem Lüttichischen.
Der Churfürst von Brandenburg hatte in dem Nimagischen Tractatnicht unterschrieben, daß er der Cron Schweden die Länder, welche er unterwährendem Kriege erobert, wieder zurück geben wolte, und der König hattesich, in einem Artickel dieses Tractats, die Macht vorbehalten, gedachten Churfürsten, zu dieser Wiedererstattung, mit Gewalt zu zwingen.Solchemnach mu-ste die Armee, welche zu diesem Zug bestimmet war, ihre Winter Quartiere inder Nähe haben, wenn sie ihren Marsch dahin antreten solte. Daher wiederfetzten sich weder die Spanier, noch die Holländer, daß die Königliche Armee ihreQuartiere so nahm, wie ich ieso gefaget habe, auch waren selbige, dieser Ursache halber, so ruhig, daß Truppen, in den Dörffern, auf dem platten Landelagen.
In dem Winter von 1688. bis 1689. ließ der König, nach der Eroberungder Festung Philippsburg, einen Theil seiner Armee disfeit des Rheins, und denandern längst dem Neckar die Winter Quartiere genüssen. Doch warenDiese Quartiere nicht ruhig, sondern wurden zu Ende des Jenners aufgehoben:nicht zwar daß eine gute Ursach vorhanden gewesen, dieselbigen aufzuheben,fondern einig und allein aus Versehen des Herrn de Montclar, der auf selbigerganzen Grenze commandirte. Des Königs Truppen hatten den gesammtenNeckar, von Tübingen bis nach Mannheim, innen, und folglich alles Land, sozwischen dem Neckar und dem Rhein lag, ausgenommen die Stadt Stuttgard,Residenz der Herzoge von Würtemberg, dahin der König, aus Hochachtunggegen selbigen Fürsten, keine Truppen hatte wollen legen laffen.
Die