Als er 1642, im zwanzigsten Jahre seines Alters, dieRegierung antrat, war der Staat als völlig aufgelöstzu betrachten. Selbst die Besatzungen der feste»Platze Custrin und Spandau waren durch die Intri-guen des Ministers Schwarzenberg für den Kaiser ge-wannen, und verweigerten dem Churfürsten den Gehor-sam. Das übrige Land, Ostpreußen ausgenommen,war in den Händen der Schweden oder Oestreichcr. Ent-blößt von allen Hülfsmitteln, gelang es seiner Festig-keit und Klugheit, schon beim westphälischen Friedenseine Lander ansehnlich zu vermehren, und von dieserZeit an ist das Daseyn und das Emporsteigen despreußischen Staats in allen Staatsbändeln EuropenSsichtbar gewesen, welches, da derselbe fast immer mitmächtigeren Feinden kämpfte, vorzüglich dem Geisteseiner Beherrscher und dem vortrefflichen Kriegsheerezuzuschreiben ist.
In dem Kriege, welchen König Rar! Gustav vonSchweden gegen Polen führte, trat der Churfürst zu-erst als Bundesgenosse des erster», auf, und gewann,mit selbigem vereinigt, ,656, die dreitägige Schlachtbei Warschau . Indeß wurde er bald bewogen, von die-ser Verbindung abzugehn, und sich mit Polen gegenSchweden zu vereinigen. Die brandenburgischen Trup-pen fochten nun mit Ruhm und Muth in Pommern,Preußen, und selbst auf den dänischen Inseln. Deriü6o zu Oliva geschlossene Friede gab dem Churfürstendie Svuvcrainität von Ostpreußen .
Im Jahre 1664 zog ein Theil der brandenburgi-schen Truppen dem Kaiser zu Hülfe gegen die Türken;1672 war Friedrich Wilhelm zuerst in den Waffen,um Holland zu retten, welches Ludwig XIV zu unter-jochen drohte. In dem darauf entstandenen Reichs»kiiege gegen Frankreich hatte er 1674 und 1675 denOberbefehl des Neichshceres im Elsaß gegen ein fran»zösisches Heer, welches Türenne cvmmandirte.
Die Gefahr seiner Erbländer bereiteten dein Hel-den neue Lorbeeren. Auf Anstiften des französischen Hofes war ein schwedisches Heer von Pommern aus indie von Truppen ganz entblößte Mark eingefallen, wo