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Einleitung.
gleichfalls Mühe gegeben haben, den Anschein der nöthigen Eigen-schaften für Holzvcrbindungcn bildlich auf den Stein überzutragen.
Durch jenen Beobachtungsgeist geleitet, der sie bei allen ihrenWerken auszeichnet, sieht man sie mit Sorgfalt die Anzahl der Steinemaskircn, die sie anwandten, um die Stelle des Balkens zu ersehen,der das Architrav bildet. Das Bedürfniß, durch scheinbaren Zusam-menhang das Ansehen einer beruhigenden Dauerhaftigkeit darzustellen,leitet sie auf den Gedanken, die äußersten Enden der hinzugefügtenTheile auf eine »»merkliche Art') unter einander zu verbinden; aberder Wunsch, diese Verbindung noch mehr zu verbergen, flößt ihnenden Gedanken ein, erhabene Transvcrsallinien zu ziehen, welche dieununterbrochene Länge der Balken nachahmen. Das Auge ward durchdiesen Kunstgriff um so leichter getäuscht, als sie anderswo unverhohlendie Anzahl und Größe der Stücke anzeigen, welche zur Bildung desGemäuers gehören.
Von nun an wurden die Verfahrungsarten der praktischen Baukunst in Griechenland dieselben, wie in Acgypten, nur mit dem Unter-schiede, daß die Aegypter, wenig geneigt, in Hinsicht auf Konstruktiondie Wirklichkeit dem Scheine aufzuopfern, zuerst begriffen hatten, daßalle Bedingungen der Dauerhaftigkeit bei der Anwendung von Steinennur auf einer gewissen Massivität (d. h. auf unerschütterlicher Festig-keit und riesenmäßiger Größe) beruhen könnten, während die Griechen,welche die Grundsätze der Kunst nach den dem Holze unzertrennlichenEigenschaften festgesetzt hatten, natürlich darauf geleitet wurden, dasAnsehen der wesentlichen Eigenschaften dieser Materie dem Scheinenach zu bilden, als sie es durch Stein und Marmor ersetzten.
Als sie sich einmal auf diese Hypothese gestützt hatten, bot ihrKonstruktions-System nichts als ein unerklärliches Räthsel dar. Dabeisah man die Materialien bald mit ihren wirklichen, bald mit schein-baren Eigenschaften anbringen. Die Bildhauerei trug noch dazu bei,
fischen Fechters bezeichnete Statue hier anzuführen, um i» Erinnerung zubringen, bis auf welchen Punkt die Griechen die Kühnheit in dieser Arttrieben.
1) Die Bemerkung ist überdies sehr wesentlich, daß ihre Berechnung sichnicht auf diese Beweise allein beschränkte. Im 2. Kapitel des 7. Buches kannman sehe», durch welche geheime Mittel sie diesen Verband wirklich zuwegebrachten.
Anmerkungen d. Verfassers.