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Erster Band.
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Kenntniß der Baumaterialien; von dein Piso-Bau. 155

noch vor dem Winter angeworfen, d. h. abgeputzt werden können;ferner daß man mit den später beendigten wenigstens sechs Monatenach Vollendung der Stampfarbeit warten müsse. Es- ist unnöthigzu sagen, daß, wenn dieser Zeitabschnitt gerade in die Frostzeit oderin eine Epoche siele, wo es noch zu befürchten wäre, man es nochverschieben müßte. Auch bei feuchter oder Regenzeit ist es nicht wohlrathsam, dieses Geschäft vorzunehmen.

Obgleich Pise aus'kaum angefeuchteter Erde besteht, während dieLchmpatzen der Alten mit Stroh und Wasser geknetet waren, so istes doch vernünftig, auf die Bemerkung Vitruv's Acht zu geben,ncmlich den Anwurf auf dergleichen konstruirte Mauern nicht bälderaufzutragen, als bis man wohl versichert ist, daß die Mitte trocken sey.Die in der großen Hitze gestampfte Pise'maucr ist äußerlich bald trocken,aber im Innern erhält sich die Feuchtigkeit, von wo sie langsam ent-weicht und sich nur nach und nach auf die Oberfläche schlägt; wennsie sich hernach mit einem Anwurf bedeckt findet, so trennt diesesHerallsschwitzen ihn davon ab, indem die Feuchtigkeit unvermerkt zwi-schen diese Oberfläche und den Anwurf eindringt, der sich alsdann ingroßen Stücken ablöst. Es ist nichts dabei zu befürchten, eine Pise-maucr wenn sie gut verfertigt worden ist, einige Zeit der Luft ausgesetztzulassen, weil, je trockner sie ist, der Anwurf desto besser daraus hält.Ich habe im Departement der Isere sehr alte von Pise erbaute Häusergesehen, die niemals außen abgeputzt worden sind, und welche dochjeder Verwitterung der Luft getrotzt haben ').

i) Denen, welche von dieser wohlfeilen Bauart Gebrauch machen wollen,gebe ich den Rath, die Werke des Herrn Cointereanr, Professor der Land-baukunst zu lesen, welcher sich sehr eifrig und mit Erfolg dieser Bauart gewid-met Hai: er hak mehrere Hefte herausgegeben, die eine Menge interessanterDetails enthalten, welche zu kennen unumgänglich nöthig sind, wenn dieseArbeit gelingen soll und man den größtmöglichen Vortheil für die Erbauunglaudwirihschaftlicher, feuersicherer Gebäude ziehen will. Da ich selber Gele-genheit gehabt habe, solche Gebäude ausführen zu lassen, so will ich hier einVerfcahten angeben, das mir vollkommen gelungen ist und dem Pisä-Baumehr Tauerhaftigkeit zu gebe» bezweckt.

De: den Vergrößerungen, die ich an dem Schlosse, von dem ich S. 148sprach, zu machen beauftragt war, befand sich ein großes, dreistöckiges, halb-dopveltis Hauptgebäude (corpz-äe-Iogis eewi-ilouble) mit einem Speicherund Sctteldach, das mit Hohlziegeln bedeckt war. Die Erde, von der ich zu