Band 
Erster Band.
Seite
207
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Kenntniß d. Baum.; v. d. Puzzolane u. d. Trap. I07

man allgemein mit dem Namen »von Andernach " bezeichnet, welches naheam Zusammenfluß der Mosel in den Rhein liegt, und durch seineLage den Transport desselben nach Holland erleichtert. — Der Traßvon Holland (sein Name soll von Terrasse, einer Pflasterung imFreien herkommen), die Tournay'sche Asche und der Cement oderStaub von harr gebrannten Ziegeln können als künstliche Puzzolanenangesehen werden, die durch das Feuer die Eigenschaft erhalten, sichmit dem Kalk fest zu verbinden.

Traß von Holland .

In der Gegend von Kölln findet man eine Erdart, die man wieden Gyps brennt (?) und die man mit Mühlsteinen zu Staub zer-drückt. Dieses Pulver, unter dem Namen von holländischem Traßbekannt, hat (beinahe) die Eigenschaften der Puzzolane, und giebtin Verbindung mit dem Kalk einen vortrefflichen Mörtel zumWasserbauwesen, der der Feuchtigkeit, Trockenheit und überhaupt jedemWechsel der Witterung widersteht. Diesen Traß wendet man häufigan in den Niederlanden, in Holland, Deutschland und in allen nörd-lichen Departements von Frankreich , wo man behauptet, daß er derbesten italienischen Puzzolane gleich kommen.

(Da der Hr. Verfasser diesen Artikel wahrscheinlich vom Hören-sagen in fein Werk aufgenommen, und schwerlich selber Versuche mitTraß angestellt hat, wie aus dem erhellt, daß er denselben für einekünstliche Puzzolane hält, und ihn vor dem Pulverisiren im Feuergebrannt haben will, während die Erfahrung die Güte dieses Ver-fahrens durchaus nicht bestätigt, so will ich diesen Artikel ebenfallsaus Accum's 2. Bande, Seite 158 und anderen Werken vervoll-ständigen.

Traß nennt man im strengen Sinne des Wortes nur den bereitsgepulverten vulkanischen Tusstein, der am Fuß der Rheinischen Ba-saltgebirge bis nach Gießen , sowie in Oberhessen vorkommt. Er liegtdaselbst bisweilen 25 — 30 Fuß unter der Dammerde, und der Boden,wo er bricht, ist lehmig, mit gelbröthlichem Kieselsande gemischt. Erzeigt sich von einer Mächtigkeit von 10—12 Fuß, muldenförmigzwischen Thonschiefer-Gebirge eingelagert, und ist in der Grube sofest, daß er nur mit Keilen und schweren Schlägeln kann gewonnenwerden. Er besteht aus einer gelblichen, grauen oder bräunlich ge-färbten, porösen Schlacke, die oft Bimssteinstücke eingeschlossen hat.