208 Kenntniß der Baumaterialien; 1. Abtheil. Z. Kap.
Er ist rauh anzufühlen wie Bimsstein, und giebt an seinen dün-nen, scharfen Enden ein Geräusch, wenn man mit dem Finger dar-über hinfährt. Er läßt sich mit dem Messer schaben, und giebt mitStahl keine Funken. Glüht man Traß, so bekommter eine braunrotheFarbe. Er brauset nicht mit Säure auf. Er wird an innerem Ge-halte desto höher geschätzt, je härter, fester und schwerer er sich vordem Zermalmen findet.
Seine Bestandtheile sind nach Ziegler's Untersuchung:
0,70 vitrescible Erde oder Sand (Kieselerde);
0,20 gebrannter Thon;
0,10 Eisen (Oryd).
Da der Traß häufig durch Sand verfälscht wird, so entdeckt mandie Verfälschung dadurch, daß man davon etwas in ein Helles Glasthut, Wasser darauf gießt, die Mischung umrührt und sie dann sichsetzen läßt, wobei der darin enthaltene Sand zuerst niederfällt und soentdeckt wird; oder nach Brard fertigt man aus einer Mischung vonKalk und Traß irgend ein Gefäß, und wenn dasselbe nach Versfußvon drei Tagen kein Wasser durchläßt, so ist der Traß vvn guterBeschaffenheit.
Die verhältnißmäßige Menge des Trasses zur Mörtclmaffe ist invielen Orten verschieden (und muß sich ganz nach der Beschaffenheitdes Kalks richten). In Vliesingcn nimmt man 3 Theile Steinkalk,1 Theil Traß und 1 Theil Sand; in Amsterdam 3 Theile Steinkalk,1 Theil Traß und '/, Theil Sand; in Grave 3 Theile Steinkalk, 2Theile Traß und 2 Theile Sand. Es ist durchaus nothwendig,daß der Traß und Kalk aus das Innigste mit einamder vermengtwerden.
Man hält es beim Wassermörtel für unschädlicher, ihn zu fett zumachen, d. h. ihm verhältnißma'ßig zu viel Kalk zuzusetzen, als ihnzu mager zu machen. Gewöhnlich nimmt man daher durchgesiebtenTraß und gelöschten Kalk zu gleichen Theilen, wobei aber beim Schla-gen kein Wasser zugesetzt werden darf. Der Kalk würd gleich nachdem Löschen in einem so feuchten Zustand, daß er nur eben noch aufder Kelle liegen bleibt, mit dem Traß vermengt, und mit der Mör»telhacke auf einer reinen hölzernen Unterlage (Kalkpfanne) unter ein-ander gearbeitet. Wenn der trockene Traß größtcntheils mit demKalke verbunden ist, so wird die Masse ununterbrochen so lange ge-schlagen, bis sie tcigartig ist, und in derselben keine einzelnen Körnchen