Band 
Erster Band.
Seite
219
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Kenntniß der Baumaterialien; von dem Mörtel . 219

ist es durch eine Wölbung geschlossen, die zur Leitung der Flammein den Ofen dient. Die Mündung dieses Schürlochs, mit L be-zeichnet, ist ein Halbkreis von 2 Fuß Durchmesser; die darunterangebrachte Oeffnung des Aschenbehältcrs ist anderthalb Fuß insGevierte.

Die Art des Verfahrens bei der Calcination, wie sie in einerBroschüre, betitelt »Ilistruction «ur Is nouvelle mvtkolle cke pr6-»psrer 1« mortier 1-oriot, ausgezogen aus einem Briefe Morveau's,»bei Barbou 1775- beschrieben wird, ist folgende:

»Man schüttet in den Ofen 2 Kubikfuß an der Luft zerfallenen»Kalk, breitet ihn auf den Herd aus und zündet dann sogleich das»Feuer in dem Schürloch an; es ist sehr viel daran gelegen, daß»man dabei nur trockenes, der Länge nach gespaltenes Holz verbrenne,»wie das in den Glashütten angewandte ist. Grünes Holz würde»einen lästigen Rauch geben, welcher das Geschäft verzögerte: man»versperrt das Ofenloch mit einem, in Gestalt eines gleichseitigen»Dreiecks, geformten Baksteine, welcher die Flamme in drei Theile»theilt und sie auf den Kalk niederdrückt.- Dieser Bakstein ist Fig. 4mit k' bezeichnet.

, Wenn der von der Flamme bestrichcne Kalk zu glühen anfängt,»so bringt man eine langstielige eiserne Krücke in den Ofen und rührt»damit herum, damit der unten liegende Kalk oben zu liegen komme,»giebt aber dabei Acht, daß man nichts ins Schürloch werfe. Dieses»Geschäft, das wenigstens alle Viertelstunden wiederholt werden muß,»ist weder mühsam, noch gefährlich; ein und derselbe Arbeiter kann»leicht den ganzen Dienst versehen, nemlich das Feuer unterhalten,»den zuvor von der Luft abgelöschten Kalk eintragen und den leben-»digen Kalk herausnehmen, wenn er so vernünftig gewesen ist, alle»nöthigen Materialien und Gcräthschaften nahe zu sich hinzustellen:»jeder Brand erfordert ungefähr zwei Slunden Zeit, der erste etwas»mehr, um den Ofen zu erhitzen. Man schürtet den ausgetragenen»Kalk jedesmal in Pfannen oder andere Gefäße von getriebenem Ei-nsen, und verschließt sie sorgfältig, besonders wenn der Kalk erst einige»Tage darauf verarbeitet werden soll; es ist aber vortheilhafter, wenn»man ihn Tags vorher erst zubereitet.

»Die Hauptsache dabei ist, daß man beurtheilen kann, wenn die»Ealcinirung vollendet ist; die Uebung wird in sehr kurzer Zeit die»Arbeiter so weit bringen, daß sie sich hierin nickt täuschen, jedoch