Kenntniß der Baumaterialien; von dem Mörtel . 229
ob er die gehörige Dicke habe; dieselbe Uebung leitet ihn bei demBearbeiten und bei der Mischung der verschiedenen Bestandtheile des-selben, bis er den ihm bekannten Punkt erreicht hat. Aus diesemGrund hat man bis jetzt an vielen Orten mit Kalk von verschiedenenQualitäten vortreffliche Mörtel erhalten, und zwar durch Erfahrungallein, welche man durch eine geübte Handarbeit erlangt. Da jedoch,wie wir (Seite 171) gesagt haben, die Berfahrungsart der Arbeiternicht immer sorgfältig genug ist, um daß man sich gänzlich auf ihreAussage verlassen könne, so ist es dringend, ihnen die Vcrvollkomm-nungen begreiflich zu machen, welche gründlichere Kenntnisse jenerBereitung beibringen könnten.
Wir wollen daher die allgemeinen BorsichtSmaßregeln angeben,die man bei den wichtigsten Berrichtungen zu nehmen hat; sie be-schränken sich auf zwei, ncmlich: auf die Art des Kalklöschens undauf die des Durckarbeitens mit Sand oder Eemcnt zur Bereitungeines guten Mörtels.
Bon allen Arten, die ich in Bezug auf das Ablöschen versuchthabe, folgen hier zwei meiner gelungensten Resultate; das erstere istzum Theil das von la Fane vorgeschlagene Verfahren.
Neues Verfahren für die Ablö'schung des Kalks .
Nachdem man den Löschtasten (die Pfanne), in welchem derKalk abgelöscht werden soll, vorbereitet hat, verschafft man sich einengroßen Zuber auf drei Viertel voll mit Wasser (wie früher Seite222 , 223 gesagt worden ist), und einen flachen, weit geflochtenenKorb; füllt ihn mit lebendigem Kalk, und zerklopft die gröbsten Stückedesselben, wenn man will, auf die Größe einer Faust: man hält die-sen Korb so lange im Wasser eingetaucht, bis die Oberfläche zusprudeln anfängt. Dann zieht man den Korb aus dem Wasser undwirft die Kalkstücke, die sich zu erhitzen und zu zerplatzen anfangen,in die Pfanne und hat dabei die Vorsicht, verhältnißmäßig und all-mächtig Wasser darauf zu schütten (und dieselben mit der Schaufeloder Kalkhackc (Mörtelhaucj stark durch einander zu rühren und zuzerstoßen); die Stücke, welche weder erhitzt werden, noch Risse bekom-men, läßt man gehen. Hierauf füllt man den Korb von neuem,und fährr mit dem Geschäft so lange fort, bis kein Kalk mehr abzu-