Band 
Erster Band.
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VrerteS Kapitel.

Von drm Gyps.

^cr GypS kann als eine Art Kalk angesehen werden, welcher keinesanderen Merkstoffes bedarf, als des Wassers, um eine feste Massevon mittelmäßiger Härte zu bilden. Aus diesem einzigen Grund wäreder Gyps dem Mörtel vorzuziehen, wenn er längere Zeit den Einwir-kungen der Lust und der Feuchtigkeit widerstehen könnte. Trotz diesesUebelstandcs ist der Gyps ein sehr tauglicher Stoff zur Erbauunggewöhnlicher Häuser, besonders in Paris , wo er von guter Beschaf-fenheit ist, wenn er am gehörigen Orte verwendet wird. Da dieseMaterie eben so fest an Steinen als am Holze haftet, so bedient mansich derselben vortheilhaft zur Erbauung von Gewölbe-Mauern, (wennsie im Trockenen stehen), zu Anwürfen rc. Man überzieht damitleichtere und schwerere Scheidewände, Decken u. s. w., so daß einHaus vom Boden des Erdgeschosses bis unter das Dach mit GypSüberzogen werden kann und wie aus Einem Guß verfertigt aussieht.

Das wesentliche Uncerscheidungs-Kennzeichen zwischen Gyps undMörtel besteht darin, daß der angemachte Gyps beim Erstarren anVolumen zunimmt, statt daß der Mörtel abnimmt, besonders wenner nicht geschlagen wird. Man muß daher Vorsichtsmaßregeln ergrei-fen, wenn man zu gewissen Arbeiten, z. B. zu Gewölben, Kaminen,die man an freistehende Mauern anbaut, zu Decken-c. Gyps nimmt,von denen in der Folge die Rede seyn wird.

Die Alten machten bei ihrem Bauwesen wenig Gebrauch von demGyps; eS scheint, daß sie sich desselben nur zum Anwurf und Lbputzim Innern der Gebäude bedienten, und selbst dazu verwendeten sieihn nicht unvermisckt. Vitruv tadelt den Gebrauch desselben, weil.