476 Kenntniß der Baumaterialien; 2. Abtheil. 5. Kap.
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„Beschaffenheit zu erkennen, und beschränke mich auf die Angabe,„wie man sich die Gewißheit verschaffe, ob ein Baustein dem Froste„zu widerstehen fähig sey oder nicht. Man läßt ihn zu dem Ende„eine halbe Stunde in Wasser kochen, das mit aufgelöstem Glauber-salz kalt gesättigt worden ist, sodann nimmt man ihn heraus und„legt ihn in ein flaches Gefäß, dessen Boden man mit vorerwähnter„Auflösung bcgießt, so daß der zu prüfende Stein etwa 1 Linie tief„nur von unten leicht benetzt wird. Im Winter setzt man das Ganze„in ein warmes Zimmer, im Sommer aber aus den Dachboden, da-„mil das Ausblühen (Efflorescenz) des Salzes, womit der Stein„geschwängert ist, befördert werde: nach Verfluß von 24 Stunden„wird man den Probestein mit schneeigen Kristallblumen bedeckt und»,die Flüssigkeit verdunstet oder eingesogen finden. Man besprengt den„Stein leicht mit reinem Wasser, bis alle Salznadeln gänzlich ver-schwunden sind, und der Stein, den man nicht aus dem Gefäß„nimmt, gut abgewaschcn ist. Es ist nicht selten, schon bei dieser„ersten Abwaschung um den Probcstcin herum Körner, Blättchen oder„eckige Bruchstücke zu finden, welche sich abgelöst hab^n, sowie viele„andere noch locker haftende, vorausgesetzt, daß ma>, an einem zer-„frierbaren Stein die Untersuchung anstellt. Nun ist der Versuch im„Fortgang, aber noch nicht als vollendet anzusehen: man muß viel-„mehr das Salz von neuem anschießen lassen, den Stein wieder be-sprengen und so 5 — 0 Tage lang fortfahren; war die Lust trocken,„und die Mineralblumen vollständig ausgebildet, so kann man nach„Verfluß dieser Zeit über die gute oder schlechte Beschaffenheit des„ Probcsteincs im Klaren seyn. Man wäscht ihn alsdann reichlich„mit Wasser ab, sammelt aber vorher alles, was im Laufe des Ver-suches sich davon abgelöst hat, und schließt von der Menge dieser„ losgetrennten Theile auf den Grad der Verwitterung, den der Stein„einst erleiden würde, wenn man ihn der Einwirkung des Frostes„aussetzte.
„Sehr eisklüstige Steine, welche ich dieser Prüfung unterwarf,„sind im Laufe des dritten Tages zerbröckelt, einige sind gänzlich„zerfallen; die minder schlechten haben 5 — 0 Tage lang ausgcdauert:„aber wenige Steine, mit Ausnahme der härteren Granite, der dichten„Kalksteine und des weißen Marmors, haben die Probe 3« Tage„lang bestanden. Es giebt also einen Zeitpunkt, wo man aufhören„muß, und ich glaube, daß acht Tage genügen sollten.