Kenntnißd.Baum.; Ausmitt. d. Steine,welche d.Frost leid. 477
„Wenn man nur ein wenig mit Versuchen dieser Art vertraut„ist, so ist einem leicht alles klar, was im Verlaufe der besprochenen„Untersuchung vorkommen kann. Das siedende und mit Salzen ge-sättigte Wasser dehnt den Stein aus und durchdringt ihn auf eine„gewisse Tiefe, beinahe wie das Regcnwasscr nach und nach in das„Innere der, dem Einfluß der Atmosphäre ausgesetzten Steine einsickert.„Reines Wasser nimmt beim Gefrieren einen größeren Raum ein, als„im flüssigen Zustande, daher macht es sich durch die Poren des„Steines Platz, und drückt die Wände der Zcllengewebe aus einander,„die es in diesem veränderten Zustande nicht mehr in sich fassen kön-„nen. Eben so ist das Salz, welches im Augenblicke des Eindringens„in das Innere des Steines im aufgelösten Zustande sich befindet,„ genöthigt, sich nach Außen in dem Maße Platz zu machen, als sein„Auflösungsmittel verdunstet und es zwingt, seine feste Gestalt wieder„anzunehmen, unter welcher es gleichfalls weit mehr Platz einnimmt.„Es ist eben so begreiflich, daß das wiederholte Abwäschen und das„Ansetzen von Kristallblumen, welches oben vorgeschrieben ist, keinen„andern Zweck hat, als die Trennung aller der Theile zu beschleuni-gen, die von der Masse sich loszureißen streben, und die am An-fange der Prüfung nur leicht angegriffen worden sind. Ich werde„indessen noch auf eine in die Augen fallende Ähnlichkeit aufmerksam„machen, welche zwischen der Wirkung des gefrorenen Wassers und«der des Ausblühens der Salze auf die Trennung zerstörbarer Steine„statt findet, nämlich bloßes Wasser wirkt selbst auf Steine nur im„Zustande schneeiger Efflorescenz, die offenbar von Innen nach Außen„gerade wie die salzigte Efflorescenz ausschlägt, während es im Zu-„ stände des festen Eises an der Oberfläche zerstierbarer Steine verwei-len kann, ohne sie anzugreifen; der gleiche Fall ist es mit den sich„stallisirten Salzen, welche in diesem Zustande durchaus keine Wir-kung auf jene besondere Art von Steinen äußern."
Die Resultate der ersten Versuche des Hrn. Brard sind seitherdurch zahlreich angestellte Experimente sowohl von Brücken- undStraßen-Baumeistern, als von andern wissenschaftlichen Vereinenbestätigt worden: die vollständigsten aber sind auf der Direktion deröffentlichen Arbeiten, unter der Aussicht des Vicomte Hericart deThury (zu Paris ) vorgenommen worden, der nachher von dem dor-tigen Verein zur Beförderung des Gewerbfleißes beauftragt wurde,das Verfahren Brards durch wiederholte Versuche zu bestätigen