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Erster Band.
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515
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Erklär. Anmerk.v. Kupfer. Obelisk, zu Konstantinopel . 515

lang, und unten 6 Fuß dick. Er wurde von dem Doge AntonPrioli gekauft und nach Venedig geschifft, um in der Mitte desStephansplatzes ausgestellt zu werden.

XV. Was den Obelisken des Hippodroms betrifft, so ruht er auf4 ehernen Würfeln von 1'/, Fuß Höhe, die auf ein mit Basreliefsverziertes würfelartiges Fußgcstell gesetzt sind. Gyllius behauptet,daß unter diesem Fußgestell ein großer auf 2 Stufen gesetzter Sokelsey; die erste Stufe habe 1 Fuß Höhe und eben so viel Breite, diezweite 2 Fuß Höhe und 4'/, Fuß Breite. An den Fugen dieser obernStufe sieht man, daß dieselbe nur an dem großen Sokel angelehntist, letzterer hat 12 Fuß ins Gevierte und 4'/- Fuß Höhe: gegen dasFußgestell springt er 1'/, Fuß vor, so daß letzteres, das auf diesemSokel ruht, 9 Fuß ins Gevierte und 7'/» Fuß Hohe hat; das wür-felförmige Fußgestell aber springt jederseits um 1'/, Fuß über die Grund-fläche des Obelisken heraus, welche ein Viereck von 6 Fuß ins Ge-vierte bildet. Die Höhe dieses Obelisken wird zu 50 Fuß geschätzt.(Nach Andern zu 73.)

Die beiden auf dem Fußgcstell eingehaucnen Inschriften, wovondie eine griechisch, die andere lateinisch ist, zeigen an, daß dieser Obe-lisk unter der Aufsicht von Proclus in 32 Tagen aufgerichtet wurde.Auf einem der Basreliefs am Fußgcstell (zu Konstantinopel verfertigt)hat man die zu diesem Geschäft angewandten Hülfsmittel vorstellenwollen; — 1. Kupfertafcl Fig. XV" und XV"' — allein dieses ziem-lich schlecht ausgedachte Basrelief stellt weiter nichts als senkrechteWellbäume vor, durch welche Hebel mit Seilen laufen, welche mitdem Obelisken in Verbindung stehen. Vier an diese Hebel gestellteMänner arbeiten an dem Umdrehen jedes Wellbaums, um die Lastvermittelst des sich am letztem aufwickelnden Taues in Bewegung zusetzen: ein anderer Mann, der auf der Erde sitzt, hält das Tau, da-mit es sich ordentlich aufwickelt, wie man es noch heut zu Tage beimGebrauch des Haspels macht. Hinter dem Obelisken, den man fort-schleift, bemerkt man ein großes Rad, an welchem der Fuß desselbenbefestigt zu seyn scheint. Es ist schwer zu errathen, welchen Gebrauchman von diesem Rade, das nicht ganz ist, machen konnte, vielleichtwar es ein Mittel zur Aufrichtung desselben, sowie zum Aufsetzen aufsein Fußgestell, dessen Höhe beinahe der Entfernung zwischen dem Un-tertheil des Obelisken und dem Umkreis des Rades gleich ist. (Inder Encyclopädie von Ersch rc. liest man über die ältere Geschichte dieses

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