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Zweiter Band.
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132 Stereotomieod.Lchrev.d.Durchschn.f. Körp. ;3.Mch.?.K.

macht haben '). Dieses Thor ist in Fig. 9, Tafel XXIX vor-gestellt.

Es ist Grundsatz in der Kunst dcS Verbandes, daß in Mauernwie in Gewölben die Flächen oder Fugen der Steine, welche sich be-rühren, gleiche Winkel oder rechte Winkel mit den sichtbaren Flächenmachen müssen, welche durch die Verbindung der Steine entstehen.Da dieß aber bei flachen Gewölben nur dadurch möglich ist, daß dieFugen senkrecht auf den Gcwölbeflächen sind, so folgt daraus, daß dieFugen horizontaler flacher Gewölbe vertikal seyn müssen. Weil aberbei solchen vertikalen Fugen keine Einheit in der Wirkung der Steineeristircn kann, so hat man diesen Zweck nur dadurch erhalten können,vaß man mittelst schiefer Ebenen Seitenwirkungen auf die Widerlagerbestimmte, woraus ein Druck entsteht, welcher die ganze Soliditätausmacht. Fig. 1 14, Tafel XXIX. Da diese Einrichtung denNachtheil hat, ungleiche Winkel mit der unteren Flache zu bildest,folgt daraus, daß diese Steine, denen man den Namen Schluß­ steine (Olavesux) giebt, keinen gleichen Widerstand äußern, daßihre Wirkungen einander nicht entsprechen und daß sie unrichtig gegeneinander drücken, wie dieß die Senkrechten an den Enden der Fugenk'a, 1c, 2c zeigen, dergestalt, daß sich ein solches Gewölbe nicht tra-gen könnte, wie dick auch die Widerlager seyn möchten, wenn diedurch die Rauhigkeit und Unebenheit der Flächen verursachte Reibungdie Steine nicht hinderte, frei zu wirken, und wenn der Mörtel und

1) Das nördliche Thor: »Die Struktur der Steine ani Arcbitrav desgroßen Eingangs ist sehr gut gearbeitet.» (>VI«-Ier, ---- Dalm-nl--

l'om Ir, lüvee I, Page 24.)

Man findet in den Ruinen von Anthakieh, dem alten Anliochien, mebrcrc Thore von derselben Einrichtung wie die des Palasteo zu Epalatro. InBezug auf diese beiden Beispiele siehe: e»ssL5, Vnv.-xe >>l,t>le e> >leOLlmatte.

Man bemerkt in den Constructionen der Araber, daß sie die Fuge» derThore und Gewölbe in Hausteinen in Wcllenform oder Verzahnungen zumachen strebten. Dieß beweist, daß die Baumeister zu allen Zeiten und beiallen Völkern darauf ausgingen, durch alle mögliche Mittel die Vereinigungder Steine, welche sieb nur durch Fuge» unterstützen, dadurch zu vermehren,daß sie dieselben am Fortgleiken hinderten. Siebe die Figuren 15 und 16,Takel XXIX.