Band 
Dritter Band.
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Von den zweiseitigen Dächern oder Satteldächern. 11

Linie 86, oder die ihr gleiche VL, die Projektion oder die verkürzteLänge der Original-Linie.

Noch ist zu bemerken, daß die Projektion eines Gegenstandes imVerhältniß der Lage der Ebene sich ändert, auf der sie gemacht wird.Diese Lage würde unendlich verschieden seyn können, in der Praxiswird sie aber gewöhnlich auf horizontale und vertikale Ebenen be-schränkt, auf welche man alle Punkte der darzustellenden Gegenständeüberträgt

Da die horizontale Lage eine und dieselbe ist, so giebt dieselbenur eine einzige Projektion, welche man einen geometrischen Grundrißnennt. Weil aber eine vertikale Ebene ihre Lage ändern kann, ohnedaß sie aufhört, vertikal zu seyn, so folgt, daß man verschiedene ver-tikale Projektionen erhalten kann, welche mit den Namen Aufrisse,Durchschnitte und Profile bezeichnet werden.

Sowohl bei dem Zimmerwcrkc als auch bei Tischlerarbeiten mußman zuweilen, wie bei dem Steinschnitt, zu präparatorischen FlächenZuflucht nehmen, um die Kanten bilden zu können, welche die Kör-per begrenzen sollen. Diese Kanten sind nicht immer hinreichend,man muß auch die Natur der zu bildenden Flächen, die Richtungder geraden oder krummen Linien, woraus sie bestehen, kennen, damitman sie mit der erforderlichen Genauigkeit und Regelmäßigkeit zu ver-fertigen vermöge.

Es kann eben so viel Aufrisse geben, als der Gegenstand Seiten-flächen hat.

Die Durchschnitte und Profile gehen rechtwinklicht auf die Sei-tenflächen , sie stellen die inneren Theile dar und lassen die Dicke undHöhe der Mauern, Wände ic. ersehen. Mittelst dieser Projektionen, derEntwickelung und des Maaßes der Winkel ist man im Stande, alleStücke, welche irgend ein Werk in Quadersteinen, Bau - oder Werk-holz bilden sollen, mit Genauigkeit vorzuzeichnen und auszuführen.Man nennt Entwickelung (äeveloppement) die besondere Projek-tion der Seitenflächen eines Gegenstandes, welche in der vertikalenoder horizontalen Projektion nicht anders als verkürzt dargestellt wer-den können, wie z. B. die Seiten 8 V eines Daches, wovondie Figuren 2 und 4 das Profil darstellen.

Um diese Entwickelung vorzunehmen, nimmt man an, daß dieDachftiten, sich um den Punkt 8 drehend, aufgehoben worden seyen,um die horizontale Fläche «ellü — dem Profil ^80 (Fig. 4) zu