Von den zweiseitigen Dächern oder Satteldächern. 13
durch die Mitte der Seiten ^8, 68, welche die Giebel bilden sollen,eine gerade Linie rlä, welche die Projektion der Firstlinie anzeigenwird. Da diese Firstlinie überall in gleicher Höhe bleiben muß, wäh-rend die Breite sich ändert, so müssen dadurch für jeden Punkt derLange verschiedene Neigungen entstehen, folglich die Dachflächen wind-schief werden.
Wollte man das Windschiefe dieser Flächen auf jedes einzelneStück des Dachzimmerwerks vertheilen, so würde daraus eine beträcht-liche Arbeit erwachsen, die dennoch keine größere Festigkeit gewährenkönnte. Daher kann man sich auf die obere Fläche der Sparren undder Dachstuhlfettcn beschränken. Es möchte sogar genügen, in letzte-ren an den Stellen, wo die Sparren aufliegen sollen, kleine Ein-schnitte zu machen, was den Vortheil haben würde, sie aus einesolidere Weise zu befestigen.
Wir haben bereits im 2tcn Buche Seite 34, bei Gelegenheit derLagerflächcn der Steine, von windschiefen Flächen gesprochen. Mankann sie so betrachten, als seyen sie aus geraden Linien gebildet, dienicht in einer und derselben Ebene liegen, so daß, wenn man mitdem einen Auge über eine der Kanten hinsieht, die gegenüberstehendensich zu heben oder zu senken scheinen, statt, wie in einer ebenenFläche, sich zu decken.
Wenn man auf eine windschiefe Fläche von rechteckiger Form einRichtscheit, parallel mit einer Seite, legt, so wird dasselbe in seinerganzen Länge aufliegen; legt man es aber schief, so wird man dieFläche concav oder convex finden, während eine nicht windschiefe Flächeimmer gerade ist, in welcher Weise man auch das Richtscheit aufle-gen mag.
Zu bemerken ist, daß ein geradlinigtes Dreieck niemals windschiefseyn kann, weil seine drei Seiten, indem sich jede derselben mit denbeiden anderen, die in einem und demselben Punkte endigen, verbin-det, nothwendig in einer und derselben Ebene liegen müssen.
Ist die windschiefe Fläche ein unregelmäßiges Viereck, so findetman die Richtung der geraden Linien, woraus sie gebildet seyn kann,indem man die beiden gegenüberstehenden convergircnden Seiten, wie80, -VO, Fig. 2, verlängert, bis sie sich in einem Punkre k' schnei-den; alle Linien, welche man von diesem Punkte nach vv, der Grund-linie des Dreiecks, zieht, sind gerade. Wenn der Durchschnittspunktallzu entfernt ist, so ziehe man durch 8 eine Parallellinie mit V6,