Band 
Dritter Band.
Seite
65
JPEG-Download
 

Von dcn Fachwänden und Gebälken.

65

In der Figur 4 trägt das Stück 8, welches länger als die Stücke6, 6 ist, doppelt so viel und diese ganze Last fällt auf die Mitteder Stücke U, L. Besser ist die Last in der Figur 5 vertheilt. Alleindiese Anordnungen sind niemals so gut als diejenigen, bei denen dasGewicht gleichförmig anf alle Stücke vertheilt wird.

Balkenlage nach einer neuen Methode.

Die Tafel L.XXXIX stellt eine Balkenlage im Quadrat von42 Fuß im Lichten dar. Die Hauptbalken liegen diagonal und bil-den andere Quadrate von 7'/» Fuß, welche mit zwei sich kreuzendenReihen Zwisckcnhalken, welche zusammengenommen die Höhe der Haupt-balken haben, versehen sind, um unten einen Plafond und oben einenFußboden mit viereckigen Platten anzubringen.

Die Stücke der Hauptbalken sind 1l>'/, Fuß lang, 12 Zoll breitund 14 Zoll hoch, auf die halbe Holzdicke überschnitten und wie aufder Tafel I.XXXVIll, mit eisernen Schienen verbunden, um die Fu-gen unten zusammen zu halten.

Die Zwischenbalken sind 5 Zoll breit und 7 Zoll hoch. Die deroberen Reihe ruhen mit ihrer ganzen Dicke auf einem an den Haupt-balken angebrachten Falz von l'/iZoll; die der unteren Reihe werdenan den Enden auf die halbe Dicke überschnitten und ruhen auf gleichgroßen Falzen in dcn Hauptbalken, welche auf jene rechtwinklicktstoßen, wie man in der Figur 2 sieht.

Diese Balken sind dergestalt durch Bolzen fest mit einander verbun-den, daß jedes Feld eine Art von Rost aus Einem Stücke bildet.

Um das Senken, dem diese Balkenlage durch das Zusammen-drücken des Holzes und Zusammenziehen der Verbandstücke unterwor-fen seyn könnte, zu ersetzen, hat man ikr, bei dem Aufschlagen, eineLinie Wölbung auf jeden Fuß Länge gegeben, zu welchem Ende manunter die VcrbindungSpunktc der Balken Sprießen stellte und dieBalken durch Keile aufwärts trieb; oben wurden Bretter quer überdie Balken genagelt, und unten wurden letztere mit Latten beschlagen,worauf sodann der Plafond kam. Für dcn Fußboden hat man eineLage feinen Sand ausgebreitet und darauf die Steinplatten in Gypsgelegt. Diese gegen das Ende des letzten Jahrhunderts in einem Mehl-magazin zu Corbeil ausgeführte Decke hat, ob sie gleich sehr ausge-dehnt ist, fast eben so viel Festigkeit als ein Gewölbe.

Nondelet's Kunst zu baue». l>>. Th. 5