Band 
Dritter Band.
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Von den Treppen, Gewölben und Brücken. 89

die Mitte vorgezeichnet, so schneide man den Fuß nach dem Winkelab, den er bilden soll; dieses giebt einen Punkt k Figur 24, nachwelchem man mit der nämlichen Schablone eine zweite Curve ver-zeichnet, die von der ersten ungleich entfernt seyn wird. Hat mannachher die nämlichen Eintheilungen auf beide Curven, nämlich aufdie in der Mitte des Stücks und auf die auf der Vorderfläche ver-zeichnete , getragen, so ziehe man durch die correspondirenden Punktegerade Linien, um daS Holz von einer Curve zur anderen nach demRichtscheit abzuhauen. Auf diese Weise wird die vorspringende Rippedes Gewölbes und ein Theil der Kappcnstückc, welche bei ihrem Zu-sammentreffen diese Rippe bilden, frei. Soll dieses Gewölbe auchoben die Gcwölbcsorm erhalten, so reiste man den oberen Theil mit-telst einer Schablone vor, auf welche man die Dicke des Gewölbesgetragen hat.

Mittelst dieser Schablonen kann man den Bogen aus einer be-liebigen Anzahl Stücke zusammensetzen, welche mit Hakenkämmen nachder Dicke verbunden werden, damit das Holz weniger zerschnittenwerde und von geringerer Dicke genommen werden könne.

Bei dem Klostergewölbe ist man genöthigt, die mittlere Rinneauszuhöhlen, nachdem man die Seite der äußeren Kante gebildethat. Um das Maaß der Aushöhlung zu finden, trayire man aufeiner der äußeren Flächen mit der Schablone die Curve des entfern-testen Punktes k Figur 25, wo sie anfangen soll, ziehe hernachgerade Linien, um anzudeuten, in welcher Richtung daS Richtscheitauf jede Fläche gelegt werden muß, um die vertiefte Rinne auszu-arbeiten. Diese Operation erfordert mehr Vorsicht als die Ausarbei-tung einer vorspringenden Rippe.

Gewölbe mit doppelter Krümmung.

Alle auf kreisförmigen oder elliptischen Grundflächen errichtetenGewölbe, die Krümmung ihres Bogens sey welche sie wolle, sindaus, nach dem Mittelpunkte gerichteten, Curven zusammengesetzt,welche unten in einer auf die Widerlagen gelegten Schwelle undoben in, auf verschiedene Höhen gelegte, Querriegcl oder Spannriegelverbunden sind, mit Ausnahme von vier Hauprbindcrn, welche sichdurchkreuzen oder in einer kleinen Hängsäule zusammentreffen können,Tafel X6VH Figur I, 2, S, 4.