Band 
Dritter Band.
Seite
134
JPEG-Download
 

134

Ziinmcrarbeu; 2. Abth. 3. Kap.

bändcr, welche die Hängcsäule belasten würden, durch die Wrkungder oberen entsprechenden Theile der Streben aufgehoben wird.

Ist der Winkel an der Spitze des Daches ein rechter, so stehendie Strcbcbänder X0, XL, Figur 4, auf den Streben senkreclt undhaben folglich die vortheilhafteste Richtung. Bei hohen oder nivrigenDächern, Figur 5 und 6, verursacht die schiefe Richtung der Strebe-bänder, daß sie weniger vortheilhast wirken. Wenn man, un mehrKraft zu gewinnen, den Strebebändern weniger Schiefe zu gebensucht, so wird ihre vertikale Wirkung auf die Hängesäule bei »übrigenDächern größer und bei hohen Dächern kleiner als die der Streben,woraus hervorgeht, daß die Strebebändcr bei hohen Dächern mnigernachtheilig sind. Will man für diese Arten von Dächern von ihnenGebrauch machen, so muß man ihnen eine mittlere Richtung geben,welche man findet, wenn man zuerst mit der Seite 68 druck) denPunkt X, Figur 5 und 6, eine Parallele XII zieht, sodann au» dem-selben Punkt auf tV6 den Perpendikel Xv" fällt, den Winkel 1x2 indem Punkte 3 halbirt, und endlich durch diesen Punkt Xv z^ht,welches die gesuchte Richtung seyn wird.

Allein, wie wir oben bereits gesagt haben, der Gebrauch hxrSpannriegel bietet ein einfacheres Mittel dar, die Streben i., ihrerTragweite zu unterstützen, und hat den Vortheil, die Kraft derselbennicht zu schwächen, da nichts hinzu kommt, was auf sie wirkt.

Grundsätze zur Anordnung der Elemente der Dackstnkle, auf daö Dgchwerkmehrerer Gebäude angewendet.

Die Figur 1v stellt einen Dachbinder von dem alten The>,ter zuLvon dar, das nach den Zeichnungen von Germain Souflot ausgeführtworden ist.

Man sieht, daß man bei diesem Dachstuhl die Wirkung derStrebebänder ^8, 60 auf die Hängesäulcn aufheben wollte, indemman die in entgegengesetzter Richtung geneigten Stücke 611 anbrachte,welche das Bestreben haben, die Hängesäule mit einer Kraft zu hrben,die der Wirkung der Strebebänder fast gleich kommt. Diese Stückestehen unten in hängenden Zangen X, die an der Strebe X beftstigtsind und durch eine Strebe 66 und zwei Strebebändcr 611 und IIXgehalten werden.

Dieser Dachstuhl, dessen Höhe weniger als '/, der Breit! ist,und eine um '/, schwerere Bedeckung als Plattziegcl trägt, ist zienlich