Dritte Abtheilung.
System der Construktionen in Gußeisen.
Hn Beziehung auf die Kunst zu bauen können die Eigenschaften desGußeisens mit denen des Steins verglichen werden; die Funktionenbeider müssen sich bloß darauf beschränken, den pressenden stiH HMeH-den Kräften Widerstand zu leisten. Auch sind es einerlei Prinzipien,welche die Anwendung beider Baustoffe leiten, so daß alle bei derSteinconstruktion angenommenen Combinationen, bis auf einen ge-wissen Punkt, auch für Construktionen in Gußeisen gelten können.Da indessen, bei gleichem Volumen, ein außerordentlich großer Un-terschied zwischen dem Widerstandsvermögen des Eisens und dem desSteins herrscht, und aus der bloßen Nachahmung der bei Steincon-struktionen gebräuchlichen Anordnungen ein Ueberfluß von Stärke,außer allem Maß, entstanden war; so sah man bald ein, daß dieBedingungen der Stabilität eben so sehr in der Form als in derMasse der Körper beruht, und dachte mit Recht, daß durchbrocheneKörper den nämlichen Dienst als völlig massive leisten könnten, ohnedie Kraft des Systems im mindesten zu gefährden. Jedoch hatte mannicht vorgesehen, daß das so angewendete Gußeisen durch seine Zer-brechlichkeit bei Construktionen, welche, wie z. B. bei Brücken, hef-tigen und wiederholten Erschütterungen ausgesetzt sind, die größtenNachtheile herbeiführen mußte. Auch sind nicht alle Versuche dieserArt gleich glücklich gewesen, während Dachstühle und Kuppeln mitdem vollständigsten Erfolg ausgeführt worden sind.