Jeder will wohl Gußstahl erzeugt haben, auch wird überall Gußstahl verkauft, dessenungeachtet bleibt der Englische Gußstahl doch immer noch ein Geheimniß.
Die von den Chemikern angegebene und anempfohlene Manipulation besteht darin,daß in Feuerfesten, den sogenannten Graphit-Tiegeln, 20 bis 3 o Pfund Cement-Stahl,— Einige sagen: mit einem Zusatz von Kohlen; Andere wieder ohne Zusatz, und bloß miteiner Deckung von reinem weißen Glase — geschmolzen, und dann in eiserne Formen ge-gossen wird. Einige wollen behaupten, daß Mangan — Andere wieder, daß Alumium einwesentlicher Bestandtheil für den Gußstahl seyn müsse u. s. w. — welche -Verschiedenheitder Meinungen und Ansichten zur Genüge beweiset, wie unsicher man in Betreff diesesGegenstandes noch immer in der Dunkelheit herumirrt.
Ich bekenne offenherzig, daß bey allen nach den bekannten Angaben vorgenommenenProben, die ich, um Gußstahl zu erzeugen, angestellt habe, am Ende jederzeit ein wahressprödes Roheisen zum Vorschein kam, welches nicht im mindesten, weder im kalten noch imwarmen Zustande, sich strecken ließ, und unter dem Hammer, so wie das Roheisen, immerin tausend Stücke zerbrach und auseinander siog. —
Sollte sich das bestätigen, was die Chemisten behaupten, daß nähmlich der Guß-stahl nichts anderes als ein sehr reines Roheisen sey, welches von dem Sauerstoffe undbesonders von den fremden Erdmetallen ganz befreyet wurde, dann würde das wahreGeheimniß, um Gußstahl zu erhalten, nicht mehr in der Art der Schmelzung des Cement-Stahles , oder im Schmelzen des Eisens mit einem gewissen Zusätze von reinen Kohlen,sondern in einer folgenden Manipulation bestehen, die geeignet wäre, dem geschmolzenenStahle oder dem Roheisen das Gefüge des natürlichen und des Cement-Stahles zu ver-schaffen, damit selber ebenfalls die Eigenschaft erhielte, sich so wie diese Gattungen Stahlstrecken und schweißen zu lassen. — Von dieser zweyten Manipulation spricht man abersehr wenig, und nach Angabe einiger Chemisten wäre es hinreichend, die in Formengegossenen Stangen unter was immer für einer Deckung weich einsetzen, und sodann unterdem Hammer strecken zu lassen. Indessen, auch diese Manipulation wurde von mir unter-sucht; der Erfolg aber war ebenfalls fruchtlos, und die geschmolzene und hernach weicheingesetzte Stange blieb immer sehr spröde, und zu gar keinem Gebrauche geeignet.
Vor Kurzem hat mich Jemand versichern wollen: das wahre Geheimniß, um Guß-stahl zu erzeugen, bestehe in einem gewissen Verhältnisse des Eisens zum Kohlenstoffe,welches Verhältniß zwischen jenen des Cement-Stahles und des Roheisens zu finden wäre.Dieses scheint mir aber zu unbestimmt, um darnach eine sichere Manipulation unternehmenzu können: Erstens ist das Verhältniß des Eisens zum Kohlenstoffe in dem Gußftahle nochgar nicht genau ausgewickelt worden; zweytens ist der Gehalt an Kohlenstoff selbst beyeiner und derselben Gattung Kohlen zu verschieden, um glauben zu können, daß mit einerbestimmten Menge Kohlen auch immer eine gewisse Mengt von Kohlenstoff zu erhaltensey. — Ncbstdcm muß auch noch bemerkt werden, daß man zur Zeit verschiedene Gattun-gen von Gußstahl, nähmlich: weichen und harten, oder wie man sagt, schweißbaren und