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Um diese zu erhalten, hat man nur die schon eingesetzt gewesenen Bestandtheile nocheinmahl mit einem Pulver von gebranntem Sohlenleder, Eyerschalen und Thierknocheneinzusetzen. Die Hitze hierbcy darf nicht über das Rothwarm gehen, und wenn die Be-standtheile so gehärtet sind, werden sie eben so, wie vorbesagt, im Wasser abgekühlt.
§. i 5. Von dem Büchsenbrandeisen.
Wenn man bedenkt, wie selten es geschieht, daß bey der Bearbeitung eines selbstsehr unbedeutenden Stück Eisens eine durchaus reine Oberfläche erhalten wird; so wirdman sehr leicht begreifen, wie äußerst nothwendig es sey, das allervollkommenste Eisenzur Erzeugung eines Gewehrlaufes zu nehmen, da dieser ein so langer und dünner Körperist, und mit welchem alle möglichen Arbeiten, als: Schweißen, Strecken, Bohren, Ab-drehen , Schleifen, Gewindschneiden und Ausfeilen vorgenommen werden müssen, 'ohnedaß sich hierbey, sowohl in- als auswendig, und selbst nach der starken Probe des Beschie-ßens mit doppelter Ladung nur einer von den Fehlern, als: Schwcißnath, Langrisse,Querbrüchc, Gruben, Häute oder auch nur die kleinsten Mängcl, als: kleine Schiefern,Aschern und Hitzflecke zeigen dürfen.
Nach meiner Meinung gibt es wohl unter allen Zweigen der Artillerie - Wissenschaftkeine wichtigere Aufgabe, als vollkommene Gewehrläufe zu erzeugen; und dennoch werdenbloß über andere Gegenstände, wie z. B. über das Gießen der Kanonen-Röhre, undselbst der Munition, welches doch mit den Schwierigkeiten bey Erzeugung der Gewchrläufegar nicht zu vergleichen ist, alle Augenblicke neue Meinungen geäußert und neue Versucheangestellt; wo im Gegentheile es Niemand der Mühe werth zu halten scheint, seine Ge-danken hinsichtlich der Erzeugung der Gewehrläufe ernstlich auszusprechen. Und warumdieses? vielleicht weil ein Gewehrlauf nur etliche Pfunde, ein Kanonen-Rohr aber etlicheEentner wiegt, oder weil der Gewchrlauf-Fabriken so viele, und Stuckgießereycn sowenig sind! — Aber was für ein Unterschied ist auch zwischen der Behandlung des Eisensund des Metalls? und wie viele Tausend und Tausend Gewehre müssen für etwelche Kano-nen erzeugt werden. Und wie viele Läufe mußten nicht bis setzt wegen der schlechten Be-schaffenheit des Eisens zum größten Schaden des Aerars in Ausschuß verfallen? —
Und was das Büchsenbrandeisen betrifft, lieft man hierüber wohl in Büchern, undhört auch überall sagen, daß dasselbe egal, weich, zähe und gleichkörnig seyn müsse;wie und auf was für eine Art jedoch dieses zu erhalten sey, hierüber sagt Niemandein Wort. Das ist auch die Ursache, warum ich mich bey der Abhandlung über das Eisenso lange aufgehalten habe, und mich noch aufhalten werde, unbekümmert darum, wenn esJemand für eine Abhandlung über die Gewehr-Erzeugung zu weitläufig finden sollte.
Daß ein reiches, reines und hauptsächlich von Phosphor, Arsenik und Kupfer freyesEisenerz sich sehr leicht zu einem guten Schmiedeiscn reduciren läßt, liegt in der Naturder Sache; daß aber durch eine schlechte Behandlung das beste Erz ein schlechtes Eisengeben, kann, ist eine Wahrheit, welche ich hinlänglich bewiesen zu haben glaube.