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Das Rohrschmieden aus freyer Hand.
Das Schmieden der Laufe aus der Hand wird bey einem gewöhnlichen Schmied-feuer von zwey Arbeitern, nähmlich einem Schweißmeister und einem Gesellen, auf einemAmboße und über den Dorn betrieben. Der Amboß ist auf seiner oberen Fläche entwederselbst mit den dazu nothwendigen halbrunden Vertiefungen, oder aber mit Dcffnungenversehen, worein die eigens dazu verfertigten Gesenke gesteckt werden können. Wenn dieSchiene oder der Büchsenbrand schon unter dem Reckhammer, oder selbst aus der Hand,in der Ziegelrothhitzc gestreckt und.gerollt worden ist, dann wird das Rohr von der Mittegegen den Pulversack, und nach Beendigung dessen, von der Mitte gegen die Mündung zugeschweißt.
Es wird deßhalb in der Mitte angefangen, um nicht einen zu langen Dorn brauchenzu müssen, und der Pulversack eher als die Mündung geschweißt, um beym Schmiedenimmer den stärkeren Theil in der Hand zu haben, weil es im Gegentheile schwieriger seynwürde, wahrend dem Schweißen des Pulversackes, den Lauf bey der schon fertigen Mün-dung zu regieren; überdies! könnte auch der Lauf, wegen dem starken Vorgewicht des Pul-versackcs, in der starken Schweißhitze sehr leicht Brüche bekommen, oder gar auseinandergehen.
Man benöthigct drey Dornen, nähmlich: Einen für die Mitte, Einen für den Hinteren,und Einen für den vorderen Theil; selbe sind gegen die Spitze zu conisch, und haben rück-wärts eine Krümmung oder einen Kopf, worauf man schlägt, um sie aus dem Laufeheraus zu treiben.
Die Länge der Dörner ist 24, 18 und 16 Zoll, und der Durchmesser am stärkstenTheile 6 Linien; selbe sind von Stahl.
Der Lauf wird von 2 zu 2 Zoll geschweißt, und zu jeder Schweißung gibt man dreySchweißhitzcn, und zwar: die Erste zur Verbindung der Lippen, d. i., um die schmalenSeiten des Rohres zu vereinigen; die zweyte am Rücken, und die dritte an der Seitedes Rohres, um die. vollkommene Rundung desselben zu erhalten, weil, indem der Ham-mer flach schlägt, nur die Seite, welche in das Gesenk des Amboßes zu liegen kommt,rund werden kann.
Wenn der Meister das Rohr auf den Amboß legt, steckt der Geselle den Dorn in'sRohr hinein, und bevor dieses geschieht, muß der Meister das Rohr jederzeit an demAmboße oder auf eine starke Platte von Eisen aufstauchen, um dadurch sowohl die von demFeuer ausgedehnte Masse selbst in den innersten Theilen dichter zu machen , als auch,um den verglasten Schweißsand wieder von dem Rohre hinweg zu bringen. Ist eineSchwcißhitze ausgeschweißt, welches mit den geschwindmöglichsten Hammerschlägcn derzwey Professionistcn zu geschehen hat, dann wird der Dorn von dem Gesellen heraus ge-schlagen, und das Rohr wieder von dem Meister in das Feuer gebracht. Die Oeffnung,welche durch den Dorn entstanden ist, muß auf der Seite, welche in das Feuer zu liegenkommt, mit Erde zugestopfet werden, damit keine dem Eisen nachtheilige Körper hin-