Dampfe rc. rc., welche, je weiter sie sich ausdehnen, desto mehr auch in ihrer Spannungoder Kraft verlieren müssen; es kommt demnach nur darauf an, das Verhältniß zu be-stimmen, nach welchem die Verminderung der Eisenstärke zu geschehen habe, damit dasRohr in allen Puncten einen und denselben Widerstand darzubiethen vermag.
Wenn man betrachtet, daß die Kraft des Pulvers, im Verhältniß des Raumes, inwelchem es sich ausdehnt, vermindert wird, und daß der Raum selbst in einem Rohre, imVerhältniß der Entfernung von dem Entzündungspuncte immer zunimmt; so wird manleicht einsehen, daß die Eisenstarken, um der abnehmenden Kraft des Pulvers das Gleich-gewicht halten zu können, mit den Entfernungen von dem Zündloche, in einem umgekehr-ten Verhältnisse stehen müssen. Mit einem Worte: die Eisenstärken eines Gewehrlaufessind in einem asymptotischen Raume zu finden, d. i. die krumme Linie, die der Lauf aufder Außenseite bildet, muß eine Hyperbel y^-ßseyn, welche krumme Linie, von demPulversacke gegen die Mündung zu, sich immer mehr und mehr der Asymptote nähert,ohne jemahls diese, nähmlich die Wand der Bohrung, berühren zu können.
Benennen wir nun die Entfernung des vorderen Endes der Pulverladung von demZündloche gerechnet mit o, und die Eisenstärke an diesem Puncte des Laufes mit ni; sowird obige Gleichung y = J folgende Gestalt, nähmlich y — em X i erhalten, wo xdie Abscisse oder die Entfernung irgend eines Punctes am Rohre, ebenfalls vom Zünd-loche an gerechnet, und y die zu diesem Puncte gehörige Eisenstärke oder Ordinate vor-stellt; und es werden mittelst dieser Formel die Eisenstärken in den verschiedenen Punc-ten des Rohres sehr leicht berechnet werden können. Es sollte z. B. die Eisenstärke an derMündung eines Infanterie-Gewehrlaufes bestimmt werden; so wird, weil 6 = 240 ^,
m — 34,6 IV und für diesen Fall x — 6o63 IV ist, y = 240 X 34,6 X —
i, 37 iv ausfallen.
So gering nun auch diese Eisenstärke scheinen mag, so wäre selbe dennoch hinreichend,im Falle sie keinen anderen Druck, als jenen, der aus dem Pulver entwickelten Gas-arten, zu widerstehen hätte; da aber die Kugel, wenn sie durch die Gewalt des entzün-deten Pulvers in Bewegung gesetzt wird, wegen dem Spielraume, an die Wände derBohrung anschlägt, so wäre, wenn dieses Anschlagen vorn an der Mündung geschieht,die durch obige Rechnung gefundene Eisenstärke viel zu gering, und müßte selbe schondieserwegen allein stärker gemacht werden. Nebstdem ist aber auch eine gewisse Eiscnstärkedeßhalb nothwendig, um das Bajonnett gehörig aufpflanzen und befestigen zu können.
Ucbcrdieß gründet sich obige Berechnung auf die Voraussetzung, daß die Entzündungdes Pulvers im Rohre plötzlich vor sich gehe, welches jedoch nicht der Fall ist, da das-selbe immer eine, wenn auch noch so geringe Zeit, zur gänzlichen Verbrennung erfordert;mithin wird die Abnahme der Pulvcrkraft bey den vergrößerten Räumen ebenfalls nicht