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von der eingeschraubten Schwanzschraubc hinweg genommen, und wieder darauf gegebenwerden. Damit beyde, die Lcitschraube sammt dem Schneideisen, zugleich gewendet werdenkönnen, ist durch den Kopf der ersteren eine Stange durchgesteckt, die der Arbeiter sammtder Stange des Schncideisens mit beyden Händen fest zusammen hält, und beyde zugleichin Bewegung setzt. Auf diese Art werden jedoch nur zwey oder drey Gewinde geschnitten,und die Schwanzschraube hierauf mit dem Schncideisen allein gänzlich vollendet.
Wenn sohin die Schraube geschnitten ist, so wird sie, nach der dazu bestimmten Lehreund dem Sperrmaße, durchaus rein ausgefeilt, an dem Stoßeisen der Infanterie«und Jäger-Gcwehr-Schwanzschraube das Loch gebohrt, und die Gewinde genau nachder eisernen Griffschraube eingeschnitten, dann das Loch für die Krcuzschraube auf dervorgeschriebenen Stelle gebohrt und ausgesenkt.
Uebcrhaupt müssen alle Maßen der Schwanzschraubc sehr genau genommen werden,besonders aber die Länge der cylinderischen Schraube, bey welcher nicht die mindeste To-leranz bewilliget werden darf, weil sonst das nöthige Bedingniß, daß alle Gewinde imLaufe ausgefüllt seyn müssen, nicht erfüllet werden könnte.
Da das Zündloch i z- Linie unter das obere Ende der Schwanzschraubc zu stehenkommt, so muß die Schraube selbst, wenigstens um so viel gegen die Seite des Zünd-loches eingeschnitten werden, damit das Pulver der Ladung mit jenem auf der Pfanne inVerbindung komme. Dieser Einschnitt ist nicht überall gleich; und in Frankreich hat mandenselben seit einigen Jahren ganz hinweg gelassen, dafür aber die Schraube kürzer gemacht, unddas Zündloch in dem Laufe um eine Linie mehr vorwärts gesetzt, wodurch dasselbe eigentlich umJ 2" in über die Fläche derSchwanzschraubc zu stehen kommt. DicEngländer machen dieSchwanz-schraubc in dem Laufe auch flach, und setzen das Zündloch um eine Linie über dieselbe hin-aus. Was die Kammer-und Patcnt-Schwanzschraubcn anbelangt, siehe VI. Abschnitt §. 6.
Einschnitt oder Aushöhlung der Schwanzschraube.
Wegen des Hinweglassens oder Bcybehaltens des Einschnittes in der Schwanzschraube,und wegen der Bestimmung seiner Form, sind zwey Puncte, welche in Betrachtung gezo-gen werden müssen, nähmlich: das Zündloch soll von der Schwefelleber, welche bey derEntzündung der Pulverladung sich entwickelt, inwendig so wenig als möglich verstopftwerden; und zwcytens, soll der Rückstoß des Gewehres auf das kleinstmöglichste ausfal-len. Ist das Schicßpnlv.er von guter Qualität, d. i., nicht allein aus vollkommen gutenMaterialien, sondern auch nach dem gehörigen Verhältnisse seiner Bestandtheile erzeugt,so, daß die Zersetzung und Verwandlung desselben in die gasartigen Substanzen, so vielmöglich ohne Rest geschieht, dann wird es gleichgültig seyn, für den Einschnitt derSchwanzschraube, die eine oder die andere Form zu wählen; ist aber das Schießpulvernicht gehörig nach seinem wahren Verhältnisse gemischt, d. h., hat selbes — wie esüberall der Fall ist — zu viel Salpeter und Schwefel, und zu wenig Kohlen, mit einemWorte: ist der Rückstand an Schwefel-Kali zu bedeutend, dann wird der Fehler, nähm-lich das Verstopfen des Zündloches, durch keinerley Form beseitiget werden können. Das