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Ernstfeuerwerkerei für die Königlich Preussische Artillerie : auf Befehl ... des Prinzen August von Preussen im Jahr 1817 bearbeitet
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50 Dritter Abschnitt.

kugeln, so wie eiserne Scheiben zu Kartatschen, welche ausschützen geschossen und geworfen werden.

§. 104. Die volle Kugeln unterscheiden sich in große, ob**Kanonkugeln, und in kleine, oder Kartätsch kugeln. & 1hohle Kugeln, welche innerhHb mit Pulver geladen werden, «H 1vorzüglich durch ihr Zerspringen zu wirken, heißen: aus Hau-bitzen geworfen, Granaten, bei Mortireu angewendet, BoN>-den, und sind bei uns concentrisch, d. h. es ist die Eifenstärssüberall gleich. (§. 345 und 346.)

§. io5. Volle und hohle Kugeln werden auf den hohenfen, oder auch in Cuppvlo-Oefen auf den Eisenhütten gegossen.Ehedem bediente man sich zu ihrem Gusse der metallenen Scha-len, die aus 2 auf einander passenden, mit einem Eingußlochund Windofen versehenen Hälften bestanden, und durch gIapfeszusammengepaßt wurden. Allein durch das zu schnelle Erkal-ten in diesen Schalen wurde das Eisen sehr spröde, die Scha-len gaben sich auch öfters auseinander, wodurch die Kugeln nichtgehörig rund wurden, und bedeutende Gußreifen erhielten; daherman von dieser Methode abgegangen ist, und gegenwärtig alleEisenmuuition in Formen von lehmartigem Sande gießt.

§. 106. Um die Kanonkugcln zu formen, hat mane hohle messingene Halbkugeln von der genauen Große und Ge-stalt der zu gießenden Kugeln; hiervon werden eine Anzahl mitihrer ebenen Fläche auf ein Brett reihenweise 2 bis 3 Zoll aus-einander gesetzt.

Auf das Brett kommt sodann ein viereckiger Kasten ohnebefestigtem Boden zu stehen, der die Halbkugeln einschließt,und tinige Zoll höher ist, als solche. Dieser Kasten wird nunmit lehmartigem Sande Formsand ~ fest ausgefüllt, derDeckel aufgelegt, fest zugemacht, und der Kasten umgekehrt.Dann wird auf jeder Halbkugel die andere zugehörige genasaufgepaßt, auf den Kasten aber ein zweiter aufgesetzt, der mitersterem durch eiserne Haken und Bänder fest vereinbart wer-den kann, und nun der Gußkasten heißt. Diese obere Hälftedes Gußkastens wird ebenfalls mit Formsand fest verdammt,und hölzerne Zapfen eingesetzt, wodurch, wenn sie herauZgciion''men, sich die Guß - und Luftlöcher bilden.