Augenblick, den wir hier genossen, war einzig:große Gebirge aus der Hand der Natur: prächtigeGebäude und Anlagen aus der Hand des Menschen.Eine marmorne Tafel in der Terrasse erhält das An»denken an den muthwilligen Sprung eines Studen-ten Weinzäpfii, welchen er am 2Z. Jul. 1654 aufeinem Roße, das aus diesem Platze weidete, überdie Terrasse hinunter in den Abgrund machte. Erstarb nicht an den Folgen dieses Falles: sondern lebtenoch viele Jahre nach diesem 8alto morrale als Pfar-rer bey Bern . Die Aare macht Bern zu einer Halb-insel. Die Stadt liegt sehr hoch und hat vorzüglichgesunde Luft. Das Herz freut sich wonniglich dieSchweiz überhaupt, besonders aber wegen des Wohl-standes, der Ordnung und Reinlichkeit, welche daherrschen, Bern zu sehn. Der Hauptbrunnen, anwelchem wir im Abreisen vorbeyfuhren, ist sehr ge-schmackvoll-, er steht als eine große mit Wasser ge-füllte Urne auf einem Postumem, auf welchem dieLeute das überfließende Wasser schöpfen. Das Kran-kenhaus, die Insel genannt, ist ein wahrer Palast.
Eine schöne Gegend und eine gute Landstraße ge-leiten uns über Berg und Thal in kurzer Zeit nachMurren, einem der klassischesten Orte der Schwei-zergeschichte , wohin wir schon mit unsrer Phantasievorausgeeilet waren. Murten ist nur vier Stundenvon Bern entfernt. Von einer sanften Anhöhe hin-ab kamen wir eine gute Stunde vor Murten an den