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3 (1858) Die Erdbeben im Wallis / G. H. Otto Volger
Entstehung
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62
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[25. Juli 1855.]

In Thieracliern ward die Witterung dieses Tages aufge-zeiehnet wie folgt. „Morgens heftiger Begen. Thenn. — + 12°.Wind Südwest. Der Himmel ganz bewölkt. Begengüsse nachkurzen Unterbrechungen wiederkehrend den ganzen Tag biszum Abend, so heftig, wie gewöhnlich nur bei Erdbeben” 2 ).

In der mittleren und östlichen Schweiz regnete es bisMittag thcils nur strichweise und mit Unterbrechungen, theilsgar nicht.

In Uri war den ganzen Monat hindurch, wie mir HerrDr. Lusser von Altorf schreibt, die Witterung sehr verän-derlich gewesen; kein Tag ohne Sonnenschein, aber auch nur4 Tage ohne Hegen. Schwüle Windstille und heftige Gewitter-regen und kühle Westwinde mit Staubregen wechselten rasch;plötzlich war der Himmel mit schweren Gewitterwolken be-deckt und ebenso plötzlich wieder ganz hell. VerschiedeneWinde trieben in der höheren Luft die Wolken nach verschie-denen Biohtungen, während im Tliale auch nicht ein Hauchverspürt wurde. Im Allgemeinen ging der Wolkenstrich vonWest nach Ost. Meistens war es vor Mittag schöner undgegen Abend trüber. Auch am 25. war der Morgen schön,dann aber senkten sich Nebel immer tiefer in die Berge. Mit-tags um 1 Uhr trat Begen ein.

In Chur stand Morgens 7 Uhr der Barometer auf314,8"' P., der Thermometer zeigte +17,5° C., es war wind-still; der Himmel bedeckt. Mittags 1 Uhr: Bar. = 314,5"'P.,Thenn. = + 20,1° C., noch immer Windstille; dicht bedeck-ter Himmel.

In der Gegend von Luzern war der Himmel den gan-zen Morgen mit schweren Wolken bedeckt, die sich gegenMittag immer mehr verdichteten, hie und da mit leichten Nie-derschlägen. Die Wärme wurde immer schwüliger, und dieschweren Wolken um den Pilatus drangen immer deutlicherin die unteren Begionen herab, „wie ich es noch nie, auch beiden schwersten Ungewittern, beobachtet habe”.

Im Bezirke Albis-Affoltern, im Kanton Zürich , ins-besondere zu Wcttschwyl, war die Witterung am Vormit-tage sehr veränderlich. Mehrere kurze Begenschauer traten

2 ) Bund. 31. Juli.