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3 (1858) Die Erdbeben im Wallis / G. H. Otto Volger
Entstehung
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III.

Erörterungen.

1. Kritische Bemerkungen in Bezug auf die in neuerer Zeit mit Vorliebeaufgestellte Theorie.

Indem ich die verschiedenen Beziehungen der Erdbebeneiner Erörterung unterwerfe, sehe ich mich gezwungen, zuallererst die Lehren grossentheils zu bekämpfen, welche überdiese Beziehungen und zum Theil schon zu einer Zeit, wodie Geologie und alle ihre Hülfswissenschaften, wie besondersdie Chemie und Physik, noch auf einer ungleich tieferen Stufestanden, als gegenwärtig aufgestellt und, mit dem trügeri-schen Scheine wissenschaftlicher Ergebnisse umkleidet, als un-erschütterliche Grundpfeiler zum Bau der neuesten Wissen-schaft angewandt worden sind. Ich muss diese Lehren b e-kämpfen, um dadurch das Recht freier Erörterung wiederzu gewinnen, welches von dem orthodoxen Eifer einer anti-wissenschaftlichen Hierarchie auf dem Gebiete der Wissen-schaft selbst mir hat bestritten werden wollen, von der pluto-nistischen Hierarchie nämlich, welche, nachdem Alexander vonHumboldt und Leopold von Buch in Betreff der Erdbeben derplutonistischen Theorie gehuldigt haben, jeden Versuch zu einerWiederaufnahme der Untersuchungen über dieses wichtigePhänomen für ebenso gewaltsam revolutionär erklärt, als daserdumwälzende Wirken der revolutionären Gewalten, welchenjene Theorie die Erdbeben zuzuschreiben gewohnt ist.

Nach sehr unvollständigen und grossentheils sehr wenigbegründeten Meinungen, welche man sich über die Fortpflan-zung der Erdbeben gebildet hatte, glaubte man sich zu derNothwendigkeit des Schlusses hingeführt, dass der Erdball sichin einem flüssigen Zustande befinde und nur eine sehr geringe