Bemerkungen.]
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starrungskruste” der Erde durch einen hebenden Stoss von derUnterlage her in Bewegungen gesetzt, und beständen die Fort-pflanzungen der Erschütterung in Wellenbewegungen, welche dieErstarrungskruste in ihrer ganzen Dicke auf der flüssigen Unter-lage fluktuirend erlitte, so ist es einleuchtend, dass die Schwan-kungen in den höheren Theilen der „Erdrinde ” stärker aus-fallen müssten, als in den tieferen, und dass — wie ein Thurm,unter dessen Fusse eine Wellenbewegung des Bodens hindurch-läuft, mit seiner Spitze in weitem Bogen schwankend hin undher fährt, während die Abweichung seines unteren Theiles vomLothe nicht einmal deutlich wahrnehmbar ist — ebenso diehohen Berggipfel furchtbar hin und her geworfen werdenmüssten, während die tiefen Thalgründe nur schwach bewegtwürden. Ein derartiger Gegensatz ist aber nie beobachtetworden, — wohl dagegen gerade der umgekehrte: eine ver-heerende Erschütterung der Thalgründe bei geringer Bewe-gung der höheren Gebirgstheile, ja bei allem Anscheine nachvöllig ungestörter Ruhe derselben. Gerade das Walliser Erd-beben vom 25. Juli 1855, dessen Einzelnheiten wir mit so„mikrologisclier” Sorgfalt festzustellen gesucht haben, liefertvon einem solchen, übrigens in erdbebenreichen Gegenden, derSchweiz nicht minder wie Süd-Amerika’s, selbst in die Volks-meinung Ubergegangenen Verhältnisse die merkwürdigsten Be-lege. Auch die Ungleichheiten der Stärke der Bewegung anverschiedenen Orten in den Thälern oder niederen Gegendenüberhaupt, abgesehen von erheblichen Höhen-Unterschieden,liefern einen nicht weniger kräftigen Gegenbeweis; denn dieUnterschiede der Gesteinsarten, auf welchen diese Orte lie-gen, oder der Schichtenstellung, welche zunächst unter ihremGrunde stattfindet, könnten gar nicht in Betrachtung kommen,wenn sich die auf flüssiger Unterlage schwimmende Erdrindeals Gesammtkörper in Bewegung versetzt fände. Diese wich-tigen Verhältnisse hat man nie gebührend in Erwägung gezo-gen, obgleich kein Lehrbuch verfehlt, auf Humboldt’s Be-glaubigung, von den sogenannten „Brücken”, den ruhendenLandstrichen, zu erzählen, welche wenig oder gar nicht er-schüttert werden, während Erdbeben unter ihnen hindurch inungebrochener Kraft sich fortpflanzen.
Aus obigen Andeutungen ergiebt sich, dass die Erschei-