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3 (1858) Die Erdbeben im Wallis / G. H. Otto Volger
Entstehung
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[Bekannte

erst an die Oberfläche gelangen kann, verstellt sich zu sehrvon selber, als dass es weiter erörtert zu werden brauchte.Wirkliche Beobachtung des Vorganges selbst ist kaum denk-bar. Aber Beobachtung lehrt uns, dass die Bedingungen zuderartigen Vorgängen in einer unendlichen Vielfältigkeit derAbänderungen im Boden vorhanden sind, und somit müssenwir schliessen, dass solche Vorgänge in unendlicher Mannig-faltigkeit der Abänderungen wirklich stattfinden. Ein solcherSchluss ist nicht eine Hypothese — er hat den Werth beob-achteter Thatsachen selber!

Von den Absonderungsklüften führt eine Unendlichkeitder Abänderungen in der Bonn und Entstehung unterirdischerHohlräume ununterbrochen bis zu denjenigen, welche als Höh-len — bald Absonderungs- oder Zerklüftungs-, bald Auswa-schungshöhlen — bezeichnet werden. Hass in diesen zu unter-irdischen Einstürzungen häufig die Bedingungen eintretenmüssen, ergiebt sich von selber. Hier aber können weit be-deutendere Massen zu plötzlichem Niederbruche gelangen, alsan der Oberfläche des Bodens, an den Thalwändcn und Berg-gehängen. Denn hier wird die ganze unterhöhlte Decke ringsumgetragen und die Unterhöhlung kann eine sehr grosse Aus-dehnung gewinnen, bevor die ringsum aufruhende und zwi-schen den umgebenden Gebirgstheileu gleichsam eingespannteFelsendecke niederbrechen muss. Da ähnliche Verhältnisse,wie sie in der Tiefe des Bodens stattfinden, im gewöhnlichenLeben nicht Vorkommen und man daher nicht gewohnt ist,dieselben zu würdigen, so fühlt man sich beim Besuche derSalzbergwerke sehr überrascht von der Ungeheuern Ausdeh-nung der hangenden Fclsdeckcn oder „Himmel”, welcheman in unterirdischen künstlichen Weitungen zu sehen Gele-genheit hat. Nur dem Fremdlinge in solchen Bäumen kommtdabei der Gedanke an Gefahr des Einsturzes. In natürlichenHöhlen, in deren Umgebung ähnliche Zerklüftungen und Aus-waschungen, wie die, welchen der Hohlraum selbst seine Ent-stehung verdankt, nicht mangeln, lösen leicht kleinere Massensich los und brechen beträchtliche Theile der Decken nieder.In Bergwerken machen sich derartige Mitwirkungen seltengeltend. Wo aber solche oder unvorsichtige Mängel des Bauesmitwirken, da bleiben Einstürzungen nicht aus — und sie er-