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3 (1858) Die Erdbeben im Wallis / G. H. Otto Volger
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[Periodizität.

stellende Niederschläge vorzugsweise an den gewaltigen Schwan-kungen des Luftdruckes betheiligt sind, welche die Föhnperio-den zu so wichtigen Veranlassungen von Erdbeben machen. -Regengüsse oder S c h n eefä 11 e treten in Begleitung desFöhn fast jedesmal auf und erreichen hei den heftigsten Föhn-perioden nicht selten so ausserordentliche Maasse, dass sie beider Aufmerksamkeit auf Naturphänomene, welche der Eintritteines Erdbebens anzuregen pflegt, ebenfalls Beachtung findenund in den Nachrichten ausdrücklich, wenn auch nur beiläu-fig, mit angeführt werden. Die Witterung am 24. und 25. Juli1855 (III, 5G ff.) gieht ein Bild der Erscheinungen, welcheeine solche Föhnperiode mit sich führt, weit vollständiger undbesser, als es hier erörtert werden könnte. Der auf den Bo-den fallende Regen oder Schnee, welcher vor dem Nieder-schlage an dem Atmosphärendrucke Antheil nahm und dessenGewicht im Luftmeere nach dem Niederschlage durch Zuströ-mungen von anderen Gegenden her, durch die Winde, wiederersetzt wird, fügt dem Erdboden der Gegend, auf welche erfällt, ein Gewicht hinzu, welches mit jedem Millimeter Was-sers auf einer meilengrossen Fläche gegen zwei Millionen Pfundbeträgt, somit bei starken Regenergüssen oder Schneefällen,welche leicht zehn bis zwanzig Millimeter, bisweilen, wie am2. Juni 1855 auf dem St. Bernhard, fast 50 MillimeterWassers liefern, auf einer solchen Fläche leicht zwanzig, vierzig,ja hundert Millionen Pfunden gleichkommen kann. Nimmtman hinzu, dass nicht selten vor einer Föhnperiode und geradeim Beginne derselben die Verdunstung sehr grosse Wasser-mengen dem Boden entzieht und dass somit die Schwankungder Belastung des Bodens gewiss oft eine noch viel weitereAmplitüde haben mag, so wird man den Gedanken wohl schwer-lich abzuweisen vermögen, dass diese Schwankung ebenfallsfür den Eintritt eines vorbereiteten Erdbebens entscheidendwerden könne. Dass es nicht wohl möglich sein werde, ineinem besonderen Falle gerade dieses Verhältnis als dasanstossgebende nachzuweisen, bedarf kauiü einer Erwähnung;denn wo unmittelbar begleitende Regengüsse oder Schneefälleerwähnt werden, was vielfach der Fall ist, da fehlen auchBarometerschwankungen nicht.

Die Niederschläge stehen noch durch eine andere Wirklings-